Die Hitzewelle, die seit Wochen den gesamten europäischen Kontinent heimsucht, und die geringen Schneefälle des vergangenen Winters wirken sich auf den Zustand der Gewässer aus. Der Füllstand des Lago Bianco verdeutlicht dies. «2005 war das Jahr, in dem im Juli der bisher niedrigste Wasserstand verzeichnet wurde. In diesem Jahr befinden wir uns in einer ähnlichen Situation wie damals», erklärte Thomas Grond, Kommunikationsleiter bei Repower, gegenüber Keystone-SDA.

Repower überwacht den Zustand der Stauseen kontinuierlich, denn wenig Wasser bedeutet auch eine geringere Stromproduktion. «Bei geringeren Zuflüssen steht den Turbinen weniger Wasser zur Verfügung, was sich negativ auf die Produktionsmengen auswirken kann. Aus diesem Grund bewirtschaften wir unsere Wasserreserven ständig und nutzen die verfügbare Produktion so gezielt wie möglich», sagt Grond.

Ein niedriger Wasserstand könne die Fähigkeit der Wasserkraftwerke beeinträchtigen, im Winter Energie zu produzieren. Zum jetzigen Zeitpunkt wird laut Grond viel von der Wetterentwicklung abhängen. «Es ist schwierig, die Niederschläge der kommenden Monate vorherzusagen», so der Repower-Kommunikationsleiter. «Wir haben aber noch einige Monate Zeit, bis der Lago Bianco gefüllt sein muss.»

2022 sei der Füllstand des Lago Bianco im Juli ähnlich wie heute gewesen, im Dezember war er wieder voll.

Ähnliche Lage auf nationaler Ebene

Die Situation des Sees auf der Passhöhe des Berninas spiegelt jene anderer Stauseen auf nationaler Ebene wider. Nach Angaben des Bundesamts für Energie sind die Wasserkraft-Stauseen in Graubünden derzeit zu 46 Prozent gefüllt, was exakt dem Füllgrad der Speicherseen in der gesamten Schweiz entspricht. Auch hier gab es letztmals 2005 niedrigere Stände. Damals waren die Speicherseen in Graubünden knapp 40 Prozent gefüllt, national 44,6 Prozent.

(AWP)