Der Unfall sei während des Sicherungsvorgangs passiert, sagte VR-Präsident Hans Wicki, Präsident von Seilbahnen Schweiz und FDP-Ständerat aus Nidwalden. Die Mitarbeitenden hätten korrekt und gemäss ihrer Ausbildung gehandelt. Der Vorfall sei für das Unternehmen und die gesamte Branche ein schwerer Schlag, da der Sicherheit höchste Priorität eingeräumt werde, so Wicki weiter.

Die betroffene Anlage zwischen den Stationen Trübsee und Engelberg-Stand blieb am Donnerstag ausser Betrieb. Als Ersatz wurde eine Luftseilbahn eingesetzt, um den Transport der Gäste sicherzustellen, wie die Titlis-Bergbahnen am Donnerstag auf Anfrage mitteilten. Wie lange die Einschränkungen dauern, konnte ein Sprecher der Bahnen nicht sagen.

«Sehr strenge Sicherheitsvorschriften»

Die Anlage war 2015 in Betrieb genommen und im vergangenen September revidiert worden. Seilbahnexperte Reto Canale erklärte der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, die Sicherheitsvorschriften seien in der Schweiz «sehr streng». Im Vergleich mit dem näheren Ausland müsse sich die Schweiz in Sachen Sicherheit bei den Seilbahnen «nicht verstecken».

Zudem seien Seilbahnunfälle äusserst selten, sagte Canale. Das erkläre auch das grosse mediale Echo und das starke Interesse der Menschen am Unfall.

Für den Experten kommen als Ursache des Seilbahnunfalls sowohl technisches als auch menschliches Versagen infrage. Möglich seien etwa Materialfehler oder defekte Bauteile, aber auch nicht befolgte Anweisungen oder falsch eingeschätzte Windverhältnisse. Derzeit sei jedoch noch alles offen, sagte der selbständige Seilbahnberater.

Die abgestürzte Gondel in Engelberg stammte vom Marktführer Garaventa aus Rotkreuz ZG. Ob andere Bahnbetreiber nun reagieren müssen, hänge vom Ergebnis der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) ab, erklärte der Experte. «Zeigen die Untersuchungen ein menschliches oder technisches Versagen, müssen die anderen Bahnbetreiber natürlich auch kontrollieren, ob bei ihnen Handlungsbedarf besteht», so Canale.

Der Unfallursache gehen nun die Staatsanwaltschaft Nidwalden und die Sust nach.

Beim Absturz einer Gondel kam am Mittwochvormittag eine 61-jährige Frau aus der Region ums Leben. Die Gondel des «Titlis Xpress» hatte sich auf dem Weg vom Trübsee nach Engelberg-Stand im Gebiet Schlächtismatt gelöst und war abgestürzt.

(AWP)