Eine Annonce wie diese fällt im überhitzten Zürcher Immobilienmarkt sofort auf! Im Aussenquartier Witikon wird ein frei stehendes Einfamilienhaus für 3500 Franken im Monat vermietet. 7,5 Zimmer bekommt man dafür, eine Wohnfläche von 140 Quadratmetern und einen grossen Garten. Dazu eine grosse Küche, zwei Badezimmer und eine Doppelgarage. Das alles an ruhiger Lage – und erst noch per sofort.

Klar, Luxus gibts keinen zu diesem Preis. Aber ganz viel Platz. Und: Die Miete ist auf drei Jahre befristet. Dann wird die Liegenschaft wohl abgerissen und durch einen modernen, deutlich teureren Neubau ersetzt. Doch das leicht angestaubte Haus aus den Vierzigerjahren ist ideal für eine Familie mit drei, vier Kindern.

Denn die tun sich auf dem ausgetrockneten Wohnungsmarkt besonders schwer, etwas Bezahlbares zu finden. Zudem liegt das Haus nur 2 Minuten vom Schulhaus Looren entfernt. Und in unmittelbarer Nähe zum Waldrand und dem Zoo Zürich. Viel familienfreundlicher geht es nicht.

Familien explizit ausgeschlossen

Aber Achtung: Zu früh gefreut! Denn der Eigentümer schliesst Familien explizit aus. «Das Haus eignet sich ideal für eine Wohngemeinschaft (WG), die grosszügiges Wohnen in einem eigenständigen Haus schätzt», heisst es im Immo-Inserat auf der Plattform Homegate. Und dann ganz deutlich: «Bitte beachten: Vermietung bevorzugt an WG – nicht an Familien.»

Blick fragt beim mit der Vermietung beauftragten Immobilien-Unternehmen nach. Warum wird nicht an eine Familie mit Kindern vermietet? Aber an eine Wohngemeinschaft? An Lärm kanns nicht liegen, denn WGs sind nicht eben als die ruhigsten Mieter bekannt. Die Antwort fällt kurz und knackig aus. «Da das Haus in ca. 3 Jahren abgerissen wird, vermieten wir es nicht an Familien», sagt die Sachbearbeiterin zu Blick.

Dieser Artikel erschien zuerst bei Blick.ch.

Patrik Berger von Handelszeitung
Patrik BergerPatrik Berger ist Redaktor Wirtschaft bei der Handelszeitung.Mehr erfahren