Die Aargauer Gemeinde Meisterschwanden ist eine der steuergünstigsten Gemeinden des Kantons. Das hat besonders mit einem Schwergewicht zu tun: Swatch-Pionier Nicolas G. Hayek (1928–2010) zog bereits 1963 an den Hallwilersee.

Nur: Seit einigen Jahren sind die Hayeks weg – und Meisterschwanden droht ein Loch in der Kasse. Nun folgt der Steuer-Schock: In der Aargauer Gemeinde soll der Steuerfuss auf einen Schlag um happige zehn Prozent steigen! Dagegen formiert sich allerdings Widerstand.

Zuerst sparen, nun doch erhöhen

Die Steuern zu erhöhen, galt in der Gemeinde lange als rotes Tuch. 2024 gab es an der Gemeindeversammlung noch eine deutliche Absage an den Antrag des Gemeinderats, den Steuerfuss von 60 auf 70 Prozent zu erhöhen. Für das kommende Jahr drohte damals ein Defizit von zwei Millionen Franken. Die Versammelten entschieden sich stattdessen für ein Sparprogramm.

Die Klatsche sei «ein Weckruf», wie Gemeindepräsident Ueli Haller damals gegenüber der «Aargauer Zeitung» sagte. Doch Ende vergangenen Jahres kam es plötzlich umgekehrt: Der Gemeinderat wollte weiter sparen, die Gemeindeversammlung stand jedoch auf Antrag der örtlichen Finanzkommission plötzlich mit grosser Mehrheit hinter einer Steuererhöhung.

Wie der «Wohler Anzeiger» schreibt, wurde in der Diskussion auch schon die Swatch-Familie zum Thema: Dass nochmals ein Hayek nach Meisterschwanden komme, sei äusserst unwahrscheinlich, sagte Gemeinderat Dieter Studer.

Zufall sorgte für Hayek-Zuzug

Ins Aargauer Seetal gelangten die Hayeks nur durch einen Zufall: Laut der Gemeinde sei die Familie durch die Schulreise von Sohn Nick Hayek (heute 71), heutiger Swatch-CEO, aufmerksam geworden. Damals hatte das Dorf noch rund 1200 Einwohnerinnen und Einwohner.

Joschka Schaffner Ringier
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