Die ABB-Titel notieren gegen 09.40 Uhr um 2,6 Prozent tiefer bei 81,04 Franken. Damit rückt das Jahreshoch bei 89,14 vom Juni wieder etwas in den Hintergrund. Mit einer bisherigen Performance seit Jahresbeginn von über 40 Prozent führen die Aktien die SMI-Liste allerdings mit Abstand an. Der Gesamtmarkt (SMI) steht am Morgen 0,6 Prozent im Minus.

Die am Morgen vorgelegten Zahlen zum zweiten Quartal haben zwar insbesondere beim Auftragseingang die Erwartungen klar übertroffen. Allerdings wird die gleichzeitig angekündigte mittelgrosse Übernahme in Grossbritannien von einigen Analysten als teuer bewertet.

Mit der geplanten Übernahme des Automatisierungsspezialisten Rotork würde sich der Umsatz von ABB um 3 Prozent erhöhen und die Marge verbessern. Rotork soll als eigene Division innerhalb von Automation weitergeführt werden und das Angebot im Bereich intelligenter Feldgeräte, Automatisierung und elektrischer Stellantriebe erweitern. Der Industriekonzern bietet dafür rund 5,5 Milliarden Dollar.

«Stolzer Preis»

Die ZKB bezeichnet diesen Preis als «stolz». Die starken operativen Margen von Rotork würden die hohe Bewertung aber rechtfertigen. Weiter hob der zuständige Analyst angesichts des Quartalsberichts das starke Wachstum bei den Aufträgen hervor, das von Rechenzentren getrieben war. Dies zeige, dass der wichtigste Treiber für ABB «auf Hochtouren» laufe.

Auch die Bank Vontobel erachtet den Preis für die angestrebte Akquisition als hoch. Aus strategischer Sicht mache der Zukauf aber durchaus Sinn. Gelobt wurde ebenfalls der ausserordentlich hohe Bestellungseingang unter Führung des Bereichs Electrification.

Die Experten von Bernstein führen die etwas eingetrübte Stimmung der Anleger ebenfalls auf die «teure» Übernahme zurück. Allerdings heben sie das dreistellige Auftragswachstum von ABB bei den Rechenzentren sowie die leicht erhöhte Jahresprognose als positiv hervor. «Die Ergebnisse sollten eine weitere Aufwärtskorrektur der Konsensprognosen im tiefen einstelligen Prozentbereich zur Folge haben», so das Fazit.

Als beeindruckend bezeichnete auch RBC die Ergebnisse. Diese bestätigten die «hervorragende Position» von ABB nicht nur im Bereich der Ausrüstung für Rechenzentren, sondern auch im Bereich der gesamten Investitionen in die Elektrifizierung. Die Übernahme sei derweil «sinnvoll», auch wenn ABB den vollen Preis dafür bezahle.

(AWP)