Am Donnerstag vermeldete die Börsenaufsicht SIX Exchange Regulation den Verkauf von 30'000 privat gehaltenen ABB-Aktien im Wert von 2,1 Millionen Franken durch ein «nicht-exekutives Verwaltungsratsmitglied» des Energie- und Technologiekonzerns. Im Klartext: Ein Mitglied des obersten Aufsichtsgremiums hat Aktien des eigenen Unternehmens abgestossen, und das in nicht zu knappem Umfang und auch nicht das erste Mal.
Verkäufe in dieser Grössenordnung gab es bei ABB in der jüngeren Vergangenheit immer wieder. Im November wurden 40'000 Aktien im Gesamtwert von 2,2 Millionen Franken veräussert, im August waren es 30'000 Stück respektive 1,6 Millionen Franken. Weitere Verkäufe im siebenstelligen Franken-Bereich gab es im Sommer und Frühjahr des vergangenen Jahres.
Solche Veräusserungen können Anlegern Hinweise auf den Geschäftsgang eines Unternehmens geben. Auf ABB wird dies aber nicht zutreffen, zumal das Unternehmen vor allem über seine Elektrifizierungssparte von Trends wie Dekarbonisierung oder Künstliche Intelligenz - Stichwort: Bau und Betrieb von Rechenzentren - profitiert und erfolgreich ist. Ein Muster dazu gab es Ende Januar, als das Management über das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 berichtet. Speziell der Auftragseingang überzeugte die Anleger.
Der Aktienkurs zeugt denn auch vom längerfristigen Gedeihen des schweizerisch-schwedischen Konzerns. Die Titel sind seit Herbst 2023 von unter 30 auf 70 Franken gestiegen. Investoren, welche die Aktien seither gehalten haben, blicken auf einen 130-prozentigen Kursgewinn.
Somit ist es mangels Angaben zwar nicht gewiss, aber wahrscheinlich, dass Gewinnmitnahmen hinter dem soeben gemeldeten Titel-Verkauf des ABB-Verwaltungsratsmitglieds stecken. Ein anderer, eher profaner Grund, kann sein, dass die in der SIX-Datenbank nicht genannte Person Geld für ein Haus oder ein anderes privates Vorhaben beschaffen wollte.
(cash)
