Die Nachfrage war zwar in den meisten Kundensegmenten gut, besonders stark hat aber erneut der Boom bei Rechenzentren geholfen. So hat der Geschäftsbereich Elektrifizierung, welche die Rechenzentren hauptsächlich bedient, den Auftragseingang gegenüber dem Vorjahresquartal auf vergleichbarer Basis um massive 58 Prozent erhöht. Damit kletterte der Wert auf erstmals über 7 Milliarden Dollar. Rasant zunehmende Investitionen in den Ausbau von Rechenzentren hätten sich erneut als Katalysator erwiesen, teilte ABB am Donnerstag mit. 

Allerdings habe auch in allen anderen wichtigen Kundensegmenten eine positive Marktstimmung geherrscht. So zeichne sich etwa auch der Energieversorgungsmarkt weiterhin durch eine rege Nachfrage sowie einen hohen langfristigen Investitionsbedarf aus. Der Auftragseingang, also die Basis des künftiges Umsatzes, zog insgesamt auf vergleichbarer Basis um 28 Prozent auf 12,04 Milliarden Dollar an.

Auch Antriebstechnik von Rechenzentren gestützt

In der Sparte Antriebstechnik kletterte der vergleichbare Bestellungseingang um 20 Prozent auf 2,59 Milliarden Dollar nicht gleich massiv, aber immer noch klar im zweistelligen Bereich. Das starke Wachstum sowohl im kurzzyklischen als auch im Projektgeschäft habe den typischerweise niedrigeren Auftragseingang im zweiten Quartal mehr als wettgemacht, schreibt ABB. Neben hohen Investitionen ins Stromnetz hätten sich auch das Bahnsegment und die Bereiche Heizung/Luft/Klima (HLK) für Gewerbegebäude sowie Kühlsysteme für Rechenzentren weiter gut entwickelt.

Im dritten Geschäftsbereich Automation reduzierten sich die eingegangenen Bestellungen hingegen um 14 Prozent auf 2,45 Milliarden Dollar. Dies ist allerdings auf einen Grossauftrag im Vorjahr im Wert von 600 Millionen zurückzuführen, der nun nicht mehr zu Buche schlägt. Im Vergleich zum ersten Quartal 2026 blieb der Auftragseingang stabil. Das zugrundeliegende Marktumfeld zeigt sich laut ABB demnach weiterhin robust.

Der Umsatz stieg im zweiten Quartal insgesamt um 14 Prozent auf 9,48 Milliarden US-Dollar. Auf vergleichbarer Basis lag das Plus bei 12 Prozent. Wichtigster Wachstumstreiber seien die höhere Volumen gewesen. Zusätzlich hätten die positive Preisentwicklung annähernd 2 Prozent und günstige Wechselkursänderungen 2 Prozent beigetragen.

Der operative Gewinn nahm im Vergleich zum Umsatz leicht überproportional zu, entsprechend verbesserte sich auch die Profitabilität. Die operative Marge (EBITA) lag um 0,9 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert bei 20,2 Prozent und damit innerhalb der im November erhöhten Zielspanne von 18 bis 22 Prozent. Den Anstieg führt ABB auf Verbesserungen in zwei der drei Geschäftsbereichen und auf geringere Verluste im

Der Reingewinn lag bei 1,23 Millionen Dollar und damit um 7 Prozent über dem Vorjahreswert. Wesentlicher Treiber sei hier die verbesserte Geschäftsperformance gewesen, welche verschiedene gestiegene nicht operative Positionen mehr als kompensieren konnte.

Die bisherigen Prognosen für das Gesamtjahr 2026 wurden leicht erhöht. Der Konzern peilt demnach ein Umsatzwachstum im niedrigen zweistelligen bis unteren «Teens»-Bereich an (bisher: im hohen einstelligen bis tiefen zweistelligen Bereich). Die operative EBITA-Marge soll sich weiterhin erhöhen im Vergleich zum Vorjahr (19,0 Prozent).

Für das laufende dritte Quartal wird ein Wachstum des vergleichbaren Umsatzes im unteren bis mittleren «Teens»-Bereich und eine EBITA-Marge über derjenigen des zweiten Quartals 2026 in Aussicht gestellt.

(AWP)