Die Chefetage von Galderma hat Ende Juli zweimal Aktien des eigenen Unternehmens in grossem Stil verkauft. Zum einen hat ein exekutives Verwaltungsratsmitglied Titel im Wert von 7,8 Millionen Franken veräussert. Zum anderen hat ein nicht-exekutives Mitglied des Verwaltungsrats Galderma-Aktien im Umfang von 2,7 Millionen Franken abgestossen. Dies geht aus den bei der Bösenaufsicht SIX Exchange Regulation verzeichneten Angaben zu den Management-Transaktionen hervor.

Die Informationen zu den beiden Management-Verkäufen datieren vom letzten Freitag. Seither sind die Valoren des Dermatologiespezialisten im Sinkflug. Sie haben zwischen Börsenschluss am Donnerstag und heute Dienstagvormittag 4,9 Prozent verloren und notieren momentan bei 171,75 Franken. Insofern ist es möglich, dass die beiden Veräusserungen vom Markt als negatives Signal aufgefasst wurden und so eine Verkaufswelle ausgelöst haben.

Wahrscheinlich ist aber noch etwas anderes: Gewinnmitnahmen sowohl von den Top-Managern von Galderma als auch von den Investoren. Die Aktien hatten Ende Juli bei 173 Franken und daraufhin bei etwas über 180 Franken zwei der höchsten Kursniveaus seit dem Börsengang im Frühjahr 2024 erreicht. Wer auch nur ein Jahr investiert gewesen war, konnte einen Kursgewinn von über 35 Prozent realisieren.

Grund zur Zuversicht bei Galderma gibt es - entgegen der jüngsten Verkäufe - durchaus. Das Unternehmen hatte Ende Juli ein gutes Halbjahresergebnis vorgestellt, wobei Umsatz und operativer Gewinn auf Stufe Ebitda über den Erwartungen lagen. Zudem «könnte Galderma in den nächsten zwei Jahren die Wettbewerber beim Wachstum deutlich übertreffen», vermerkte der zuständige Analyst der Zürcher Kantonalbank (ZKB), Gian Marco Werro. Insofern werden auch die Management-Transaktionen kaum als Misstrauensvotum und eher als Gewinnmitnahmen zu deuten sein.

Aktienverkäufe durch Top-Führungskräfte gab es Ende Juli auch bei ABB. Zwei Pakete im Gesamtwert von 2,2 Millionen Franken wurden durch exekutive ABB-Verwaltungsratsmitglieder veräussert. Beide Transaktionen fallen in eine Schwächephase der Aktien des schweizerisch-schwedischen Konzerns. Zwischen Ende Juni, als das Rekordhoch erreicht wurde, und Ende Juli fielen die Aktien von ABB um rund 13 Prozent. Hierbei spielte die Unsicherheit im Technologiesektor eine Rolle. Aufgrund des kürzlich erklommenen Allzeithochs sind auch Gewinnmitnahmen mögliche Erklärungen für die Veräusserungen - dies, zumal das Rekordhoch bei 89 Franken rund 9 Prozent über dem Preiszielkonsens von 81,19 Franken lag und somit fallende Kurse zu erwarten waren.

Reto Zanettin
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