Die Aktien von Lonza steigen um 0,75 Prozent auf 540,40 Franken, während der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Market Index (SMI) um 0,97 Prozent auf 14'178 Punkte fällt.

Damit zeigen die Valoren des Pharmauftragsfertigers eine deutliche Gegenbewegung zum Kursverfall am Vortag. Denn am Mittwoch verabschiedeten sich die Lonza-Aktien mit einem dicken Minus aus dem Handel. Sie schlossen 4,89 Prozent tiefer bei 536,40 Franken - dem niedrigsten Stand seit Ende Juni. Damit waren sie unter allen Titeln des Swiss Market Index (SMI) am schwächsten. Dieser legte 0,12 Prozent auf 14’316 Punkte zu.

Auslöser für den Kursverfall waren ein paar der insgesamt robusten Halbjahreszahlen, die das Management um CEO Wolfgang Wienand am Mittwochmorgen vorgestellt hatte.

Skeptisch nahmen die Investoren namentlich das organische Umsatzwachstum in Lokalwährungen auf. Es lag bei 16 Prozent und damit 0,5 Prozentpunkte unter den Konsenserwartungen. Dabei wuchs die Sparte «Integrated Biologics» um 10,0 Prozent, wogegen die Zürcher Kantonalbank ein 12,4-prozentiges Wachstum erwartet hatte.

Stärker als «Integrated Biologics» entwickelten sich die kleineren Lonza-Segmente «Advanced Synthesis» und «Specialized Modalities». Beide wuchsen überaus stark und wiesen höhere Margen als erwartet aus.

Auch im Weiteren überzeugte der Pharmazulieferer aus Basel. Die Kern-EBITDA-Marge wurde von den beiden kleineren Lonza-Segmenten auf 34,8 Prozent und damit über die Analystenerwartungen getrieben.

Für bessere Stimmung unter den Anlegern hätte am gestrigen Handelstag auch der Margenausblick für das Jahr 2026 sorgen können. Er wurde von «über 32 Prozent» auf «33 bis 34 Prozent» angehoben. Das aber half der Aktie nicht. Die Umsatzentwicklung wog in der Auffassung der Investoren schwerer als die Margenentwicklung.

Derweil sind die Analysten bislang zuversichtlich geblieben. Im Schnitt sehen die von AWP erfassten Experten die Aktie bei 671 Franken - 25 Prozent über der Schlussnotiz vom Mittwochabend. 18 von 19 Analysten empfehlen die Titel zum Kauf. Daneben gibt es ein «Halten»-Rating und keine Verkaufsempfehlung.

Revisionen nach oben trafen am Donnerstagmorgen ein. Die Royal Bank of Canada erhöhte das Preisziel auf 760 von 720 Franken und bekräftigte das «Outperform»-Rating. Goldman Sachs ging auf 680 von 665 Franken und stuft Lonza weiterhin mit «Buy» ein.

Unterdessen bestätigte der zuständige Experte der Zürcher Kantonalbank (ZKB), Daniel Jelovcan, das «Übergewichten»-Rating bei einem fairen Wert der Aktie von 766 Franken. Daraus errechnet sich ein Gewinnpotenzial von knapp 43 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Mittwoch.

Die Analystin der Bank Vontobel, Sibylle Bischofberger, blieb ebenfalls auf «Buy» bei einem Kursziel von 650 Franken. Sie schrieb: «Lonza ist in guter Verfassung, und die Projekte entwickeln sich gut. Wir bleiben bei unserer Ansicht, dass Lonza eine interessante Investition ist.»

Gemessen an den Expertenstimmen ist ein Aufstieg der Lonza-Aktie über den Handel am Donnerstag hinaus wahrscheinlich. Doch die Kursreaktion am Mittwoch hat gezeigt, dass die Erwartungen hoch sind und entsprechend leicht enttäuscht werden können. Lonza ist daher kein Selbstläufer.

Reto Zanettin
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