Nach dem überraschenden Rücktritt von CEO Srishti Gupta fielen die Papiere von Idorsia am Montag um knapp 14 Prozent. Der Schlusskurs von 2,92 Franken lag derweil über 4 Prozent über dem Tagestiefstkurs von 2,79 Franken - ein Versuch einer teilweisen Gegenbewegung am Dienstag kann deshalb nicht ausgeschlossen werden.

Der am Montag kommunizierte Rücktritt kam überraschend, denn Srishti Gupta war nicht einmal ein Jahr im Amt. Mit ihrem Rücktritt scheidet sie auch aus dem Verwaltungsrat aus. Bis zur Ernennung einer Nachfolge übernimmt der Gründer und langjährige Chef Jean-Paul Clozel, der derzeit Chairman des Verwaltungsrats ist, vorübergehend die Verantwortung für das Tagesgeschäft.

Damit endet eine kurze, aber von Hoffnung geprägte Phase abrupt. Noch bis vor Kurzem hatte der Markt der inzwischen ehemaligen Chefin Vertrauen entgegengebracht und zahlreiche positive Erwartungen eingepreist. Während die Aktien des Biotechnologieunternehmens vor ihrem Amtsantritt noch 61 Rappen kosteten, stieg der Kurs innert kurzer Zeit auf 4,60 Franken.

«Im Grunde lief es darauf hinaus, dass der Verwaltungsrat und Frau Gupta unterschiedliche Vorstellungen davon hatten, wie das Unternehmen am besten geführt werden sollte», sagte ein Idorsia-Sprecher auf Anfrage von AWP. «Es ist entscheidend, dass das Management mit den Ambitionen des Verwaltungsrats und dessen Vorstellungen darüber, wie die Entwicklung des Unternehmens beschleunigt werden soll, im Einklang steht – und dass alle in die gleiche Richtung ziehen.»

Diese Aussagen sind zentral, denn das Unternehmen muss möglichst rasch den Weg in die Gewinnzone finden. Ende 2025 verfügte das Biotech-Unternehmen noch über liquide Mittel von knapp 90 Millionen Franken. Mit der Publikation der Jahresergebnisse 2025 konnte das Unternehmen einige Investorenbefürchtungen zerstreuen: Die Umsätze legten zu, die Kosten wurden deutlich gesenkt, und unter dem Strich fiel der Verlust mit 112 Millionen Franken weniger als halb so hoch aus wie im Vorjahr. Die liquiden Mittel nahmen derweil von 64 auf 89 Millionen Franken zu. Mehr zu den Ergebnissen hier.

Vor diesem Hintergrund kommt der Abgang umso überraschender. Vieles deutet darauf hin, dass Srishti Gupta operativ Fortschritte erzielt und zur Stabilisierung des Unternehmens beigetragen hatte.

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