2025 verkauften der schwäbische Autobauer gut 41'900 Fahrzeuge in China. Das waren rund 26 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Freitag in Stuttgart mitteilte. Es handelt sich um den vierten Rückgang in Folge. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 hatte Porsche noch fast 95'700 Sport- und Geländewagen in der Volksrepublik ausgeliefert.
Als wesentliche Gründe für den erneuten Rückgang in China nannte Porsche die herausfordernden Marktbedingungen und einen harten Wettbewerb, vor allem bei E-Modellen. Der frühere Porsche-Chef Oliver Blume hatte im vergangenen Jahr mehrfach betont, dass der Markt für Luxusprodukte in der Volksrepublik förmlich zusammengebrochen sei. Mit Wachstum rechnete er kurz vor seinem Abtritt nicht.
Einer der Gründe dafür ist die Kaufzurückhaltung wohlhabender Chinesen, bei denen das Geld durch die Immobilienkrise nicht mehr so locker sitzt. Seit Anfang Januar ist Michael Leiters neuer Porsche-Chef, Blume konzentriert sich auf die Führung der Konzernmutter Volkswagen .
Minus in fast allen Weltregionen
Aber auch in den anderen Weltregionen läuft es für Porsche nicht rund: Nach China am deutlichsten verloren hat der Konzern im Heimatmarkt Deutschland (-16 Prozent) und im Rest Europas (-13 Prozentt). In den Übersee- und Wachstumsmärkten - dazu gehören zum Beispiel Afrika, Lateinamerika, Australien, Japan und Korea - verbuchen die Schwaben ebenfalls ein leichtes Minus. Immerhin: In der grössten Vertriebsregion Nordamerika liegen die Zahlen mit rund 86'200 Auslieferungen nahezu auf Vorjahresniveau.
Unter dem Strich heisst das dennoch: Porsche hat im vergangenen Jahr rund 279'400 Sport- und Geländewagen verkauft - und damit ein Zehntel weniger als 2024. Fast die Hälfte des Rückgangs geht auf die Schwäche in China zurück. Bereits 2024 waren die Gesamtverkäufe um drei Prozent auf rund 310'700 gesunken.
«Nach mehreren Rekordjahren liegen wir mit den Auslieferungen in 2025 unter dem Vorjahresniveau. Diese Entwicklung entspricht unseren Erwartungen», sagte Vertriebsvorstand Matthias Becker. Diese Entwicklung sei neben der schwächeren Nachfrage nach exklusiven Produkten in China unter anderem auch auf Angebotslücken bei bestimmten Modellen zurückzuführen.
Macan ist Spitzenreiter
Die Zuffenhausener hatten 2024 mehrere Modellreihen erneuert. Der Kompakt-SUV Macan war das bestverkaufte Modell vergangenen Jahr. Die VW -Tochter lieferte davon gut 84.300 Stück aus - ein Plus von zwei Prozent. Mehr als die Hälfte entfiel auf die vollelektrische Variante. Der Sportwagenklassiker 911 legte leicht auf fast 51.600 Fahrzeuge zu. Das sei ein Auslieferungsrekord, hiess es.
Bei allen anderen Modellen ging es bergab - unter anderem beim Modell 718, beim Panamera und dem vollelektrischen Taycan. Einen Verkaufsknick von 21 Prozent gab es beim bislang auslieferungsstärksten Modell, dem SUV Cayenne. 22 Prozent der verkauften Porsche-Fahrzeuge waren reine Stromer.
Becker: Planen Volumen «realistisch»
Mit Blick auf das laufende Jahr gab sich Becker zurückhaltend: Angesichts des Produktionsauslaufs von 718 und Verbrenner-Macan plane man das Volumen «realistisch». Die Modelle laufen unter anderem wegen Cybersicherheitsregeln aus. Direkte Nachfolger gibt es nicht. Ein E-Modell von Cayman und Boxster ist in der Entwicklung, verzögert sich aber.
Auf ein neues Verbrenner-Modell im Macan-Segment dürften Porsche-Fans noch länger warten müssen. Porsche hatte 2025 sukzessive angekündigt, entgegen ursprünglicher Pläne wieder stärker auf Verbrenner zu setzen und E-Modelle zu verschieben.
(AWP)
