Die Aktien von Adecco büssen am Donnerstag 7,5 Prozent ein auf 22,30Franken. Somit ist der Start ins neue Börsenjahr für den Personaldienstleister nicht wirklich geglückt. Die seit den letzten Tagen vor Weihnachten erzielten Kursgewinne sind weggeschmolzen. 

Experten sehen diverse Risiken: Geschäftstrends blieben schwach, und strukturelle Risiken in der Branche, unter anderem durch KI, dürften den Gewinndruck verlängern. Der kurzfristige Ergebniseffekt aus dem Akkodis-Restrukturierungsprogramm sei zudem weitgehend eingepreist, so der Analyst von Jeffries. Er hatte am Morgen sein Rating für Adecco im Rahmen einer Branchenstudie auf «Underperform» reduziert und setzt das Kursziel neuerdings bei 20 statt 24 Franken an. 

Ein weiterer Grund für die Herunterstufung des Jeffries-Experten ist die Bilanz von Adecco – beziehungsweise die Verschuldung. Der Konzern hat sich zum Ziel genommen, diese bis Ende 2027 auf maximal das 1,5-Fache des EBITDA zu senken. Trotzdem hält das Management an der bisherigen Dividendenpolitik fest. Diese lässt gemäss des Analysten aber nur einen langsamen Schuldenabbau zu. In anderen Worten: Adecco schüttet zu viel aus, statt die Verschuldung schneller zu reduzieren.

Bereits im November gab die Ausschüttungspolitik zu reden. Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) warnte da gar vor einer weiteren möglichen Kürzung. Bereits Anfang 2025 senkte der Konzern die Ausschüttung um 60 Prozent. Aufgrund der wenigen Anzeichen einer Markterholung in den Kernmärkten, des Drucks auf der Bruttomarge, des beschränkten Spielraums für weitere Kostenkürzungen und des KI-Risikos sei eine Reduktion die logische Schlussfolgerung zum Verschuldungsabbau.

Im Dezember hatte der CEO Denis Machuel im Interview mit der «Finanz und Wirtschaft» Stellung genommen. «Unsere Dividendenpolitik ist klar, und sie bildet die Basis für den Entscheid des Verwaltungsrats.» Der Konzern will demnach 40 bis 50 Prozent des bereinigten Jahresgewinns ausschütten und verzichtet auf eine feste Untergrenze. Eine Mindestdividende sei «für ein zyklisches Geschäft, wie wir es betreiben» nicht geeignet, so Machuel. Adecco brauche finanziellen Spielraum, um Wachstum zu finanzieren und gleichzeitig die Aktionäre zu entschädigen.

Wie es konkret weitergeht, wird sich also noch herausstellen. Die ZKB geht von einer Reduktion der Dividende von 1 Franken auf 80 Rappen aus, auch Vontobel erwartet eine Ausschüttung um 80 oder 90 Rappen. Diese wird im April 2026 ausbezahlt.

Klar ist: Die Dividendenrendite von 4,5 Prozent ist nach wie vor attraktiv und eine Dividendenkürzung würde wohl das Vertrauen der Anleger schwächen. Inwiefern eine solche weitere Kürzung am Ende des Tages relevant zum Schuldenabbau beitrüge, ist gemäss einigen Experten fraglich.

(cash/AWP)