Im abgelaufenen Jahr habe sich der Flugzeug-Markt endgültig von der Corona-Krise erholt, konstatierte der neue Sparten-Chef Christian Scherer am Donnerstag in Toulouse. Das gelte auch für Grossraumflugzeuge wie den Airbus A350 - und es gebe keine Hinweise, dass sich das im neuen Jahr ändern werde.

«Die Welt will miteinander verbunden sein», sagte Scherer, der bisher Airbus-Verkaufschef war. Die Bäume wachsen aber nicht in den Himmel: Auf die Rekordzahl von 863 ausgelieferten Flugzeugen aus dem Jahr 2019 werde Airbus im laufenden Jahr wohl noch nicht kommen, sagte Vorstandschef Guillaume Faury. Die Lage bei den Zulieferern sei immer noch angespannt.

Der französisch-deutsche Konzern steigerte im abgelaufenen Jahr die Zahl seiner Auslieferungen um elf Prozent und übertraf damit auch sein Ziel, mindestens 720 (2022: 661) Maschinen an die Kunden zu übergeben. Allein im Dezember wurden mehr als 110 Flugzeuge ausgeliefert. Der US-Rivale Boeing steigerte die Auslieferungen auf 528 von 480 Maschinen, hinkt damit angesichts hausgemachter Probleme aber zum fünften Mal in Folge deutlich hinter Airbus her.

Scherer sagte, die Luftfahrt habe sich schneller von der Corona-Krise erholt als gedacht. Insgesamt kamen bei Airbus im vergangenen Jahr brutto 2319 neue Aufträge herein, abzüglich Stornierungen waren es 2094. Davon entfielen 1835 auf die A320-Familie von Kurz- und Mittelstreckenflugzeugen, 300 auf Grossraum-Flugzeuge. Der Auftragsbestand schwoll auf fast 8600 Verkehrsflugzeuge an.

Scherer zeigte sich zuversichtlich, dass Airbus sein Ziel, bis 2026 75 A320-Flugzeuge pro Monat zu bauen, erreichen werde - «auch wenn es eine Menge Arbeit ist». Er räumte ein: «Wir können noch nicht so schnell liefern wie einige das gerne hätten». Vorstandschef Faury sagte, die Lage habe sich 2023 insofern verbessert, als nicht mehr einzelne Lieferanten der Engpass seien. «Aber wir verlangen auch mehr von unseren Zulieferern, die Lieferketten sind daher immer noch angespannt.»

(Reuters)