Die Valoren von Amrize sind diese Woche um mehr als 10 Prozent über die 50-Franken-Marke gestiegen. Mit diesem Abschneiden sind sie dem Swiss Market Index (SMI) regelrecht enteilt, der Leitindex hat auf Wochenfrist um gut 1,6 Prozent angezogen.
Zudem: Die Aktien des Baustoffkonzerns sind erstmals seit dem Börsengang im Juni 2025 deutlich über den damaligen Eröffnungskurs von 46 Franken und das danach folgende Tief bei 37,60 Franken hinausgekommen. Sie stehen momentan auf einem Rekordniveau.
Das aus der Abspaltung von Holcim hervorgegangene Unternehmen hat Mitte der Woche die Zahlen zum vierten Quartal beziehungsweise zum Gesamtjahr 2025 vorgelegt. Nicht der Leistungsausweis überzeugte, zumal etwa der Umsatz und der operative Gewinn (EBITDA) des vierten Quartals unter dem Konsens ausgefallen sind.
Angetan waren Anleger und Analysten hingegen von vier Punkten: Erstens lag der freie Cashflow deutlich über den Prognosen. Zweitens will Amrize eine ordentliche Dividende von 0,44 US-Dollar je Aktie sowie eine Sonderdividende von 0,44 US-Dollar pro Anteilsschein ausschütten. Drittens startet das Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von einer Milliarde Dollar. Und viertens: Das Management um CEO Jan Jenisch hat einen positiven Ausblick auf das Jahr 2026 vorgestellt. Speziell die Guidance zum operativen Gewinn übertrifft die Erwartungen.
Mit diesen Nachrichten und der Performance an der Börse in dieser Woche wird Amrize auch dem Anspruch an einen Jahresfavoriten 2026 gerecht. Etwa hatten die Bank Vontobel und die Zürcher Kantonalbank (ZKB) den Konzern in den Kreis der Top-Aktien für das angebrochene Jahr aufgenommen. Die ZKB veranschlagte den fairen Wert je Aktie bei 52,80 Franken, die Bank Vontobel sah ein Kursziel von 51,00 Franken und hat es inzwischen auf 53 Franken nachgezogen.
Zu einer positiven Einschätzung ist diese Woche auch die Bank Berenberg gelangt. Amrize sei gut aufgestellt, um von positiven langfristigen Nachfragetrends im Kernmarkt Nordamerika und von robusten Preisen bei seinen Schlüsselprodukten - zum Beispiel Zement - zu profitieren, schrieb der zuständige Analyst. Weiter sagt er: Das angekündigte Aktienrückkaufprogramm unterstreiche den Willen des Managements, «die Rendite für die Aktionäre zu optimieren».
Die Weichen für eine aus Sicht von Amrize-Investoren positive Entwicklung sind also gestellt. Dass es trotz der Nachrichten der vergangenen Tage nicht nur aufwärts gehen muss, hat sich allerdings auch schon gezeigt, beispielsweise am Kursrückgang vom Donnerstag, als offenbar zuvor eingefahrene Gewinne mitgenommen wurden. Anleger werden auch bedenken, dass sich Amrize in einem zyklischen Markt bewegt - und CEO Jan Jenischs Umgang mit diesem entsprechend eng verfolgen.

