Kein Titel des Swiss Market Index (SMI) ist in dieser Börsenwoche so stark gestiegen wie die Aktie von Kühne+Nagel. Sie verbessert sich um 7,2 Prozent auf 207,10 Franken, während der SMI in den vergangenen Tagen um 1,1 Prozent angezogen hat. Derweil griffen die Anleger auch bei Lonza (plus 5,7 Prozent) sowie den Finanzwerten Partners Group (plus 4,6 Prozent), Zurich Insurance (plus 2,9 Prozent) und UBS (plus 2,8 Prozent) zu. Schwach waren hingegen die Valoren von Swisscom (minus 4,5 Prozent) und Logitech (minus 3,3 Prozent).

Ein Grund für die Avancen der Kühne+Nagel-Aktien in den vergangenen Handelstagen sind positive Nachrichten aus der Branche. Die dänische Reederei Moller-Maersk hatte Anfang Woche die eigene Prognose für das Geschäftsjahr 2026 erhöht. So wurden die Spannen für den Gewinn auf Stufe Ebitda und auf Stufe Ebit deutlich nach oben verschoben. Dies basiere auf einem erwarteten Mengenwachstum des globalen Containermarktes von etwa 4 Prozent im Gesamtjahr 2026. Damit zeigte sich der Konzern zuversichtlicher für die Entwicklung des weltweite Containermarktes als bislang. Zuvor rechnete man mit einem Mengenwachstum von 2 bis 4 Prozent.

Anlass zu verhaltener Zuversicht gab dieser Tage auch eine Einschätzung der US-Grossbank JPMorgan zum Unternehmen aus Schindellegi. Die Bank hat die Ebit-Prognose für das zweite Quartal um 6 Prozent auf 369 Millionen Franken und für das Gesamtjahr um 4 Prozent auf 1,5 Milliarden Franken angehoben, schrieb die zuständige Expertin in einer Notiz vom Dienstag. Sie ging auch beim Preisziel nach oben, auf 175 von 170 Franken. Damit blieb sie aber klar unter dem gegenwärtigen Preis je Kühne+Nagel-Aktie. Zudem hielt sie an der Verkaufsempfehlung fest.

Nun notieren die Titel des Logistikspezialisten bei 207,10 Franken auf dem höchsten Stand seit Ende März 2025. Der Aktienpreis liegt damit auch knapp 11 Prozent über dem Konsens der von Bloomberg erfassten Analysten. Dieser sieht die Valoren mittelfristig bei 184,63 Franken. Gemessen daran ist der Logistikspezialist an der Börse schon zu hoch geflogen und dürfte mittelfristig wieder sinken.

Das muss allerdings kein zwingendes Verkaufsargument sein. Denn nur sechs von 22 Analysten stufen Kühne+Nagel mit «Sell» ein; elf sagen «Hold», fünf sind für «Buy». Nächste Anhaltspunkte erhalten die Investoren am 23. Juli; dann berichtet das Management um CEO Stefan Paul zu den Ergebnissen der ersten sechs Monate 2026. Vorstellbar ist, dass Paul dann auch die Guidance anhebt. Zumindest erwartet die Analystin von JPMorgan eine Ebit-Ansage von neu 1,35 bis 1,5 Milliarden Franken, gegenüber bisher 1,25 bis 1,4 Milliarden Franken.

Reto Zanettin
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