Normalerweise würde man eine Aktie kaum als «Aktie der Woche» bezeichnen, wenn sie um fast 1 Prozent gefallen ist. Doch diesmal verhält es sich anders: Logitech ist die Aktie der Woche - wegen des vergleichsweise kleinen Minus in einem von erheblichen Verlusten geprägten Gesamtmarkts.
Hintergrund ist: Am letzten Wochenende hatten die USA und Israel den Iran angegriffen, woraufhin dieser zurückschlug, das Kriegsgeschehen sich fortsetzte und die Anleger sich bisweilen verunsichert zeigen. Zeugnis davon ist: Der Swiss Market Index (SMI) gab um gut 6 Prozent nach (Stand: Freitagvormittag).
Derweil sind die Valoren des Computerzubehör-Herstellers Logitech um 0,8 Prozent auf 70,28 zurückgegangen. Der vergleichsweise moderate Kursverlust ist bemerkenswert. Denn Technologie-Titel wie Logitech werden bei erhöhter Unsicherheit am Markt eher verkauft als defensive Aktien wie beispielsweise die Valoren von Swisscom. Diese gingen allerdings in den vergangenen Handelstagen um etwas über 1 Prozent zurück und standen damit stärker unter Druck als die Logitech-Valoren.
Diese wiederum erhielten Anfang Woche Support durch die Zürcher Kantonalbank (ZKB). Aufgrund des Kurspotenzials von 30 Prozent empfehle sie die Aktie von Logitech jetzt zum Kauf, hiess es im Kommentar der ZKB vom Montag. Der zuständige Analyst sieht den fairen Wert der Titel bei 93 Franken und hat die Einstufung auf «Übergewichten» von «Marktgewichten» geändert.
Die ZKB-Notiz bescheinigt Logitech durchaus eine gewisse Robustheit: Aktuell befürchte der Markt, dass der Absatz von Computern im nächsten Jahr stark einbreche und damit auch die Nachfrage nach Peripheriegeräten zurückgehe.
Diese Sorge sei in Bezug auf Logitech aber übertrieben. In früheren Jahren, zum Beispiel 2015 bis 2017, habe Logitech die Umsätze trotz eines rückläufigen Computer-Marktes gesteigert. In anderen Jahren habe das SMI-Unternehmen das Wachstum des PC-Marktes übertroffen - «und wir sind zuversichtlich, dass Logitech dies auch in Zukunft gelingt», halten die ZKB-Analysten fest.
Sie sind nicht die einzigen Spezialisten, die in den Logitech-Aktien eine auf längere Sicht tragfähige Geldanlage sehen. So hat die Privatbank Berenberg Logitech Anfang Februar in den Kreis der überzeugendsten Titel des Schweizer Aktienmarktes aufgenommen. Mitunter notierten die Analysten, sie erwarteten eine Rückkehr zu einer Wachstumsrate von 8 bis 10 Prozent. Diese werde getrieben durch Ersatzkäufe für Anschaffungen, die in der Anfangsphase der Pandemie gemacht worden waren, sowie durch strukturell wachsende Märkte für Gaming und Videokollaboration.
Berenberg stuft Logitech mit «Buy» ein und veranschlagt das Kursziel bei 110 Franken. Es bedeutet ein Kurspotenzial von zirka 57 Prozent gegenüber dem aktuellen Aktienpreis.

