In dieser Handelswoche hat die Aktie von Straumann um 12,8 Prozent auf 105,50 Franken angezogen und damit die meisten anderen Titel des Schweizer Aktienmarktes sowie den Swiss Performance Index (SPI) selbst übertroffen. Dieser hat sich um 0,75 Prozent vorgearbeitet (Stand: Freitagvormittag).

Speziell aber: Mit dem Abscheiden in den vergangenen Tagen haben sich die Valoren des Medtech-Unternehmens aus Basel sozusagen selbst überflügelt. Der momentane Stand von 105,50 Franken entspricht dem höchsten seit Juli 2025 und daher einem Elf-Monate-Hoch. Er liegt aber noch immer klar unter den Rekordwerten, die bei über 200 Franken im Herbst 2021 erreicht wurden.

Kurstreiber in dieser Woche war, dass das Management um CEO Guillaume Daniellot die Margen-Prognose angehoben hat. Neu werde sich die Kern-Ebit-Marge im Geschäftsjahr 2026 um 140 bis 170 Basispunkte (1,4 bis 1,7 Prozentpunkte) ausweiten. Bislang ging man von 30 bis 60 Basispunkten aus. Grund für die stärkeren Gewinnaussichten seien operative Verbesserungen, ein vorteilhafter geografischer Mix sowie tiefere Zölle als erwartet. Zudem verbessere sich die Profitabilität in China.

«Straumann liefert ein positives Signal», notierte der zuständige Experte der Zürcher Kantonalbank (ZKB), Daniel Jelovcan. Für ihn kam die Nachricht zur angehobenen Margen-Prognose nicht komplett überraschend. Das Management sei bislang wohl etwas konservativ gewesen.

Auch für die verantwortliche Analystin der amerikanischen Investmentbank Bernstein kamen die News aus der Straumann-Zentrale nicht unerwartet. Allerdings sei das Ausmass der Prognoserevision eindeutig positiv. An diesem Aspekt wird gut nachvollziehbar, dass die Aktie markant angezogen hat, obwohl eine gewisse Anpassung des Ausblicks schon vermutet wurde.

Nachhaltige Kursentwicklung

Anleger fragen sich nun, ob das Lebenszeichen der Straumann-Valoren in eine nachhaltig positive Kursentwicklung übergeht. Die ZKB stuft Straumann mit «Marktgewichten» ein, sieht den fairen Wert der Aktie bei 105 Franken und darum kaum weiteres Aufwärtspotenzial.

Der Marktkonsens ist ein Stück zuversichtlicher: 110,35 Franken lautet das durchschnittliche Preisziel der von Bloomberg erfassten Analysten. Es impliziert ein Gewinnpotenzial von 4 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Donnerstag. Dass auch elf von 19 Analysten ein «Buy»-Rating vergeben, spricht für die Titel des Medtech-Konzerns.

Ein nächster Orientierungspunkt wird der Bericht zum zweiten Quartal sein. Er wird am 19. August veröffentlicht und ist laut dem ZKB-Experten Daniel Jelovcan «der nächste zentrale Prüfstein für die Nachhaltigkeit dieser Margenverbesserung».

Reto Zanettin
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