Die Aktie von ABB springt um 7,6 Prozent nach oben und überquert erstmals überhaupt die 65-Franken-Marke. Grund für die starke Nachfrage nach den ABB-Valoren ist die Zahlenvorlage zum Geschäftsjahr 2025 und hierbei vor allem der unerwartet starke Auftragseingang. Bei diesem knackte ABB zum ersten Mal in einem Quartal die 10-Milliarden-Dollar-Marke.

«Alle wichtigen Kennzahlen übertrafen die Erwartungen, nur die Unternehmenskosten belasteten die Konzernmargen mehr als angenommen», schreibt Vontobel-Analyst Mark Diethelm. Der freie Cash Flow sei sehr robust gewesen. Den organische Wachstumsausblick auf kurze Sicht und für das Gesamtjahr 2026 wertet der Analyst als «eindeutig ermutigend»

«Die Bedenken der Investoren hinsichtlich der Verlangsamung der Bestellungen im Bereich Elektrifizierung waren unbegründet», heisst es in einem Kommentar von JP Morgan. Für 2026 bedeute dies bessere Wachstumsaussichten. Auch bei anderen Kennzahlen seien die Erwartungen übertroffen worden, und auch das Aktienrückkaufprogramm sei grösser als angenommen, so der zuständige Analyst.

Vor allem das Geschäft mit Rechenzentren wächst nach wie vor «hervorragend», streicht ZKB-Analyst Florian Sager heraus. Und das Wachstum der Aufträge im Bereich Elektrifizierung um ein Drittel sei insofern «bemerkenswert», als dieser die stärksten Margen und das grösste Aufwärtspotential aufweise.

Gut kommt bei Analysten auch der Ausblick an. Vor allem die Prognosen für das Umsatzwachstum lägen klar über den Erwartungen. Betreffend Marge hätte die ZKB zwar etwas mehr erwartet - aber das ABB-Management gelte in Sachen Guidance ohnehin als «konservativ».

Schon in der letzten Zeit waren die ABB-Aktien gefragt. Bis um Vorabend hatten sie im Jahresverlauf um mehr als 3 Prozent zugelegt und damit schon Bestmarken gesetzt. Im Vorfeld der Zahlen wurde laut Händlern noch über die Gefahr von Gewinnmitnahmen diskutiert. Diese seien nun obsolet geworden, heisst es.

(cash/AWP)