Die Aktien von Accelleron legen am Montagvormittag um 0,57 Prozent auf 71,15 Franken zu. Auch der Swiss Performance Index (SPI) verbessert sich zum Wochenauftakt, und zwar um 0,39 Prozent auf 17'621 Punkte.
Damit geht die Talfahrt von Accelleron an der Börse zumindest vorerst nicht weiter. Am vergangenen Freitag hatten die Aktien des Turboladerherstellers 5,67 Prozent verloren. Sie sanken damit wesentlich stärker als der SPI, der 0,64 Prozent zurückging.
Der Schlusskurs der Aktie - 70,75 Franken - kam auch tiefer zu liegen als der letzte Schlusskurs vor dem Wochenende, an dem der Krieg im Iran losbrach. Mithin haben die Valoren des in Baden ansässigen Technologieunternehmens der Schwerkraft des Nahost-Konflikts vollends nachgegeben.
Zuvor hielten sie sich noch über Wasser. Zwischen Ende Februar und dem vergangenen Donnerstagabend verzeichneten die Titel ein Plus von 3,4 Prozent. Es ging zur Hauptsache auf das Jahresergebnis 2025 zurück. Der Hersteller von Turboladern hatte in puncto Umsatz, Gewinn und Ausblick überzeugt. «Accelleron blickt trotz der geopolitischen Unsicherheiten auf ein weiteres sehr positives Geschäftsjahr zurück, das auf allen Ebenen über den Erwartungen liegt», schrieb die Zürcher Kantonalbank (ZKB).
Im Gefolge des Jahresergebnisses kletterte die Accelleron-Aktie auf den Höchststand von gut 80 Franken. Wer seither verkauft hat und schon seit längerem investiert gewesen war, hat nun einen soliden Kursgewinn mitgenommen. In solchen Gewinnmitnahmen im Nachgang zum Rekordstand der Aktie liegt ein Grund für den inzwischen deutlichen Kursrückgang.
Insbesondere aber: Zum Wochenende hin verdüsterte sich die Nachrichtenlage rund um den Krieg wiederum, was den Druck auf die Titel des Technologieunternehmens erhöhte. Zwar hatte der amerikanische Präsident Donald Trump das Ultimatum zu Angriffen auf Kraftwerke des Iran verlängert. Aber die News zu einem für Accelleron relevanten Risiko verdichteten sich.
Dieses Risiko liegt laut der Privatbank Berenberg in einer geringeren Schiffsauslastung und einem absehbar schwächerer Welthandel. Und nun blieb der Iran im Streit um die freie Schifffahrt durch die für die Weltwirtschaft wichtigen Strasse von Hormus unnachgiebig. Mehreren Containerschiffen war die Durchfahrt am Freitag unmöglich, wie die Nachrichtenagenturen Reuters und AWP berichteten.
Geht es nach den Analysten der UBS, dürften die Anleger am Montag aber wieder stärker auf die Aktien von Accelleron setzen. Die Experten haben vor wenigen Tagen das «Buy»-Rating bestätigt und das Kursziel auf 81 von 71,30 Franken angehoben. Dabei berücksichtigten sie den positiveren kurzfristigen Ausblick, der durch Investitionsausgaben der Energieversorger und den Ausbau der Rechenzentren begünstigt werde.
Indes ist die UBS eine der wenigen Investmentbanken und Analystenteams, die Accelleron zum Kauf empfehlen. Die meisten Analysten stufen die Aktie mit «Hold» ein. «Sell»-Ratings liegen aber nicht vor. Mittel- bis langfristig orientierte Anleger brauchen den Titel demnach nicht zu verkaufen, sondern können ihn weiterhin im Depot behalten.

