Bis am Donnerstagabend hatten die Aktien von Barry Callebaut eine positive Wochenbilanz. Am Freitag fallen sie nun aber um 4,3 Prozent auf 1325 Franken und geben so einen Grossteil der Gewinne aus den letzten Handelstagen wieder ab.
Grund des deutlichen Rückgangs am Freitag ist eine Herabstufung durch Analysten der britischen Investmentbank Barclays. Sie gehen auf «Underweight» von «Equal Weight» und reduzieren das Kursziel auf 1275 von 1340 Franken. Das neue Preisziel deutet einen mittelfristigen Kursrückgang auf den Stand von Mitte Januar an, bleibt aber über den jüngsten Tiefständen der Aktie. Im Sommer 2025 erholte sie sich nur schleppend vom Sturz wegen des Zollkonflikts und wurde noch bis Ende Juli zu unter 1000 Franken gehandelt.
Im Februar 2026 erreichten die Valoren bei 1493 Franken ein Zwischenhoch. Nach der starken Kurserholung durch bessere Erwartungen beim freien Cashflow und Schuldenabbau sei Barry Callebaut nun anfällig für eine mögliche Trendwende bei Kakaopreisen oder Absatzmengen, schreibt der zuständige Barclays-Analyst. Schon kleine Veränderungen in diesen Faktoren könnten den positiven Trend schnell wieder umkehren. Da der Konsens von einer günstigen Kakaopreisentwicklung, einer raschen Erzielung des freien Cashflows und begrenzten Reinvestitionen ausgehe, scheine die Risikobilanz für die Geschäftsjahre 2027 und 2028 nun eher nach unten gerichtet zu sein.
Ein etwas milderes Urteil fällen die Barclays-Experten über Lindt&Sprüngli. Das Rating lautet zwar weiterhin «Underweight». Das Kursziel für die Namenaktie steigt aber auf 106'000 von 103'000 Franken. Es impliziert ein Verlustpotenzial von 3,8 Prozent gegenüber der aktuellen Notierung, die bei 110'200 Franken liegt. Am Freitag gibt die Aktie um 0,7 Prozent nach. Dieser Rückgang ist gleich gross wie der Rückgang des Gesamtmarktes, der gemessen am Swiss Performance Index um 0,6 Prozent fällt.
Der Blick in die mittelfristige Zukunft dürfte wegweisend sein: Lindt&Sprüngli fährt eine Premium-Strategie, in der Schokolade als hochwertiges Erzeugnis und mit entsprechendem Preisaufschlag gegenüber einfacher Schokolade vermarktet wird. Der abermalige Inflationsschub dürfte die Preissetzungsmacht jedoch erneut auf die Probe stellen, heisst es in der am Freitag erschienen Barclays-Studie.
(cash)
