Die Hoffnung auf einen juristischen Durchbruch im Glyphosat-Streit in den USA treibt die Aktie von Bayer am ‌Montag ‌kräftig an. Die Titel des Leverkusener Pharma- und Agrarkonzerns kletterten im frühen Handel um 7,4 Prozent auf 44,60 Euro und damit auf den höchsten Stand seit ​27 Monaten.

Seit Jahresbeginn beläuft sich das ‌Plus damit auf 20 Prozent. Auslöser ‌war die am Freitag bekanntgewordene Ankündigung des Obersten Gerichtshofs der USA, sich grundsätzlich mit dem Glyphosat-Streit zu befassen. Für Bayer ist dies ein wichtiger Etappensieg.

Der Konzern hofft auf eine Grundsatzentscheidung, die die Klagewelle ⁠um den Unkrautvernichter Glyphosat eindämmen könnte. Der Supreme Court soll klären, ob die Zulassung des Mittels durch die US-Umweltbehörde EPA ohne Krebs-Warnhinweis ​Klagen auf Ebene der Bundesstaaten ausschliesst.

Die Klagewelle ‌wegen der angeblich krebserregenden Wirkung des Herbizids ‍hatte sich Bayer 2018 mit der milliardenschweren Übernahme des Glyphosat-Entwicklers Monsanto ins Haus geholt. ​Sie hat den Aktienkurs seitdem schwer belastet. Eine Entscheidung des Gerichts wird bis zum Sommer erwartet.

Experten werteten die Entscheidung durchweg positiv. ‌Die Analysten von JP Morgan erklärten, rund ⁠80 Prozent der Klagen basierten auf dem ‌Vorwurf fehlender Warnhinweise. Ein für Bayer positiver Richterspruch könnte daher zu einer deutlichen Reduzierung der ‍Rückstellungen führen. Die Analysten von Kepler Cheuvreux bezeichneten die Annahme des Falls als «Schritt zwei von drei», um die ​Rechtsstreitigkeiten zu beenden. Sie verwiesen auf einen Abschlag ‍von zehn Milliarden Euro für die Rechtsrisiken in ihren Bewertungsmodellen.