Nach dem 20-prozentigen Kursgewinn am Freitag steigen die Aktien von Centiel auch zum Wochenauftakt. Aktuell geht es um 5,3 Prozent auf 4,00 Franken hoch. Der Eröffnungskurs zum Debüt des Stromversorgers betrug 3,20 Franken. 

Centiel ist in einem sogenannten Reverse Merger in die Börsenhülle von HT5 geschlüpft, wobei HT5 seinerseits aus dem insolventen Milchverarbeiter Hochdorf hervorgegangen war. Das Geschäftsmodell von Centiel ist indes ein ganz anderes als die Milchverarbeitung. Das Unternehmen bietet unterbrechungsfreie Stromversorgung an. Eine solche ist wichtig für Spitäler, Banken oder auch Rechenzentren - für Organisationen also, bei denen sich Störungen in der Elektrizitätsversorgung besonders empfindlich auswirken können. Einer der grössten Centiel-Kunden ist denn auch die Genf beheimatete Kernforschungsorganisation Cern. 

Für die Zukunft ortet Gerardo Lecuona, CEO von Centiel, vor allem bei den Rechenzentren Wachstums-Chancen. Geografisch will Lecuona neu den US-Markt erschliessen, wo Centiel bislang nicht aktiv gewesen war. Zudem soll der europäische Markt weiter durchdrungen werden. Die mittelfristigen Finanzziele des Unternehmens sind eine 20-Prozent-Marge auf Stufe EBIT sowie ein jährliches Wachstum von durchschnittlich 20 Prozent.

Der CEO zeigt sich zuversichtlich, dass Centiel den Ambitionen nachkommen wird: «Angesichts der zunehmenden globalen Abhängigkeit von unterbrechungsfreier Stromversorgung sind wir gut aufgestellt, unsere Technologie zu skalieren und kritische Infrastrukturen zu unterstützen», sagte er am Freitag. Damit unterstreicht er, dass Centiel ein Wachstumstitel sei. Anleger werden sich ein Investment aufgrund des geringen Streubesitzes allerdings zweimal überlegen.

(cash)