Zwischen Anfang April, als der Zollschock die Finanzmärkte erfasste, und heute sind die Aktien von Caterpillar auf 774 von 273 US-Dollar gestiegen. Das macht einen Zuwachs von 180 Prozent, der die Valoren auf einen Rekordstand getrieben hat.
Wesentlich getragen wird der Höhenflug durch Efforts des Unternehmens im Feld der Künstlichen Intelligenz - ein paar Beispiele, wie Caterpillar auf die Technologie setzt, sind die folgenden: Im August etwa schlossen die Management-Teams von Caterpillar und zwei anderen Unternehmen eine Vereinbarung zum Bau eines Datenzentrums in Utah, für das vier Gigawatt Leistung benötigt werden. Caterpillar liefert eine Flotte von Generatoren sowie entsprechende Ausrüstung dazu.
Die Dimensionen des Projekts übersteigen vieles, was man in der Schweiz an Rechenzentren kennt. Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) bauen welche mit einem Bedarf von bis zu 100 Megawatt. Dies seien rund 20 Prozent der Leistung, welche die ganze Stadt Zürich beziehe, ordnete die EKZ die Werte in einer Mitteilung des vergangenen Sommers ein.
Kooperation zwischen Caterpillar und Nvidia
Dann: Anfang Januar lancierte Caterpillar einen KI-Assistenten, der den Betrieb und die Wartung der Caterpillar-Maschinen unterstützt. Beispielsweise soll eine Sprachsteuerung die Einstellungen oder die Fehlerbehebung erleichtern. Damit verbindet das in Irving (Texas) beheimatete Unternehmen klassische Maschinen der sogenannten «Old Economy» mit technologischen Lösungen der Gegenwart. Es gilt in diesem Feld als Vorreiter.
In die gleiche Richtung zielt die ebenfalls zum Jahresauftakt vermeldete Kooperation mit dem Chiphersteller Nvidia. «Im Zeitalter der KI arbeiten Nvidia und Caterpillar über das gesamte Spektrum hinweg zusammen – von autonomen Baumaschinenflotten bis hin zu den KI-Rechenzentren», führte Jensen Huang, CEO des Chipherstellers zu der Partnerschaft aus.
Kürzlich wurde auch bekannt, dass sich Caterpillar an der Entwicklung eines Zwei-Gigawatt-Kraftwerks beteiligt, das Energie für Rechenzentren und Unternehmen mit stark skalierbarem Geschäftsmodell liefern soll. Generatoren von Caterpillar sollen in dem Werk eingesetzt werden, die Lieferung dieser Maschinen sei für den Zeitraum von September 2026 bis August 2027 geplant, teilte das Unternehmen mit.
Ist die Aktie schon zu hoch geflogen?
Aufgrund des äusserst steilen Anstiegs der Aktie und wegen immer wieder aufkommender Sorgen um eine Blase im Technologiesektor kann man sich fragen: Sind die Titel des Baumaschinenherstellers nicht schon ausgereizt?
Gemessen am Preisziel des zuständigen Analysten von Morgan Stanley sind die Anteilsscheine tatsächlich bereits über ihr Potenzial hinausgeschossen. Er stuft sie mit «Sell» ein und sieht sie auf 425 Dollar zurückfallen. Wenn er richtig liegt, droht Anlegern ein 45-prozentiger Kursverlust. Zudem: Die Aktie ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 41 auch nicht mehr günstig.
Zu anderen Schlüssen kommt der Experte der Bank of America. Er stuft Caterpillar mit «Buy» ein und traut den Titeln den Sprung auf 825 Dollar zu. Demnach können Investoren ein 6,5-prozentiges Plus gegenüber der aktuellen Notierung erwarten.
Eine Tendenz, dass sich die Anstrengungen um KI auszahlen, lassen die Jahreszahlen erkennen. Caterpillar ist 2025 weiter gewachsen, hat zwar einen tieferen Gewinn je Aktie als 2024 ausgewiesen, blieb aber profitabel. Der Zahlenkranz erfüllte die Erwartungen und wurde im Markt positiv aufgenommen; die Aktie wurde weiterhin gekauft. Ausserdem berichtete CEO Joseph Creed von einem steigenden Auftragseingang, namentlich aufgrund der Nachfrage von Datenzentrumskunden.
Aus Anlegersicht ist ebenfalls interessant: Caterpillar hat die Dividende in den vergangenen 25 Jahren ununterbrochen erhöht und zählt darum zum Kreis der Dividendenaristokraten. 2025 wurden für die zwei ersten Quartale je 1,41 Dollar, für das dritte und das vierte Quartal je 1,51 Dollar ausgeschüttet. Die nächste Zahlung, ebenfalls 1,51 Dollar, folgt diese Woche. Schweizerinnen und Schweizer, die in Franken rechnen, müssen hierbei allerdings den schwachen Dollar berücksichtigen.

