Die Aktien von Holcim führen den Aufwärtstrend am Freitag fort und legen in den ersten 40 Handelsminuten um mehr als 1 Prozent zu und übertreffen kurzzeitig 80 Franken - höchster Stand seit der Abspaltung von Amrize im vergangenen Jahr. Die Jahresbilanz erweitert sich somit auf +1,70 Prozent, wonach der Gesamtmarkt gemessen am SMI, der in derselben Zeit knapp 0,7 Prozent zugelegt hat, übertroffen wird.

Der Analyst von Kepler Cheuvreux erhöhte am Freitag das Kursziel auf 90 Franken und beliess das Rating auf «Kaufen». Grosse europäische Zementhersteller sind laut dem Experten optimistischer hinsichtlich ihrer kurzfristigen Preissetzungsmacht. Grund dafür ist, dass es weniger kostenlose CO₂-Zertifikate gibt, was ineffiziente Produzenten schon jetzt zu Preiserhöhungen zwingt. Zudem sollen ab 2026 strengere CO₂-Vorgaben gelten. Davon dürfte besonders Holcim profitieren. Gar ein noch höheres Kursziel ruft die UBS aus, welche dieses auf 93 von 78 Franken angehoben hat. 

Auch Berenberg erachtet neuerdings 70 statt 60 Franken als realistisch und belässt sein «Hold»-Rating. Der Analyst begründet die Anpassung mit der anhaltend verbesserten finanziellen Entwicklung des Konzerns. 2026 soll das Ergebnis dank moderatem Umsatzwachstum und einer Margenausweitung deutlich zulegen. Die ZKB rechnet mit einem EBIT-Wachstum von rund zehn Prozent im laufenden Jahr.

Zudem traut der ZKB-Experte dem Zement- und Baustoffkonzern dank niedriger Verschuldung und disziplinierter Kapitalallokation weiteres Wachstum durch Akquisitionen zu. Ähnliches betonte auch die ZKB diese Woche, als Holcim die Übernahme des führenden französischen Anbieters von Betonfertigteilen für nachhaltiges Bauen, Alkern, bekannt gab. «Insgesamt dürften die jüngst bekannt gegebenen Übernahmen annualisiert leicht über 10 Prozent zum Konzernumsatz von Holcim beisteuern», so die Experten der Zürcher Bank. 

Zahlen im Fokus

Der Analyst von Berenberg senkt dennoch seine durchschnittlichen EBIT-Schätzungen für 2025 bis 2027 um 3 Prozent und rechnet für 2025 mit einem wiederkehrenden EBIT von 2,9 Milliarden Franken. Auch die ZKB rechnet aufgrund negativer Währungseffekte und Konsolidierungsveränderungen mit einem 3,1-prozentigen Umsatzrückgang. Sie erwarten dennoch ein starkes Ergebnis mit moderatem Wachstum und eindrucksvoller Margensteigerung. Holcim wird am 27. Februar das Jahresergebnis 2025 veröffentlichen.

Der Analyst von Berenberg hält trotz der positiven operativen Perspektiven die Bewertung inzwischen für anspruchsvoll und bevorzugt andere Titel im Sektor. Die ZKB stuft Holcim nach wie vor mit «Übergewichten» ein. Damit resultieren gemäss Bloomberg 13 Kaufempfehlungen, zehn Halten-Ratings und drei Verkaufsempfehlungen. Das durchschnittliche Kursziel von 76,19 Franken wurde inzwischen übertroffen.

(cash)