Die Aktie von Inficon steht eine Stunde nach Handelsbeginn am Donnerstag praktisch wieder beim Schlusskurs von 148 Franken vom Mittwoch. Zunächst hatten die Anlegerinnen und Anleger kräftig zugegriffen. Die Aktie des Technologiekonzerns hat im frühen Handel um 8,28 Prozent auf 159,60 Franken angezogen. Dieser Kurssprung kam einem Befreiungsschlag gleich, da die Titel seit mehreren Wochen unter Druck gestanden hatten und seit dem Rekordhoch bei 189 Franken von Ende Juni um 22 Prozent auf 147,40 Franken gefallen waren.
Inzwischen erweisen sich die Avancen des frühen Handels als Strohfeuer. Dabei hat der Zweitquartalsbericht durchweg überzeugt. Umsatz und operativer Gewinn (Ebit) übertrafen die Analystenprognosen klar; der Auftragseingang erreichte laut dem Unternehmen ein Allzeithoch; die Ebit-Marge lag mit 21,4 Prozent ebenfalls deutlich über den Expertenschätzungen.
Zudem hat das Management den Ausblick für das Gesamtjahr wiederum angehoben, zum zweiten Mal in diesem Jahr. Neu werden ein Umsatz von 750 bis 780 Millionen Dollar sowie eine operative Gewinnmarge von 19 bis 20 Prozent angepeilt. Zuvor ging man von Verkäufen in Höhe von 710 bis 750 Millionen Dollar sowie einer Marge von 18 bis 20 Prozent aus. Nach der Anpassung nach oben liegen die Konsensschätzungen in etwa in der Mitte der neuen Guidance; sprich: Das Management ist mit den Erwartungen gleichgezogen. Das könnte die Anfangseuphorie an der Börse gedämpft haben.
«Je nach Entwicklung insbesondere im jeweils starken vierten Quartal 2026 könnte das Resultat eher am oberen Rande liegen», schreibt der zuständige Analyst der Zürcher Kantonalbank (ZKB), Michael Inauen, allerdings. Er sagt auch, dass die Aussichten für Inficon bis weit ins Jahr 2027 positiv bleiben dürften, dies im Einklang mit den Perspektiven anderer Halbleiterausrüster.
Getragen wurden die Zweitquartalsergebnisse des Konzerns aus Bad Ragaz denn auch vor allem durch das Halbleitergeschäft. Als «eindrucksvoll» beschreibt ZKB-Analyst Inauen insbesondere die Ebit-Marge von 21,4 Prozent. An ihnen zeige sich, dass Inficon in der Lage sei, die Ebit-Marge bei entsprechenden Umsätzen deutlich über 20 Prozent zu steigern - «ein Punkt, den wir immer wieder kritisiert haben», so der Experte.
Auf dem Stand von rund 148 Franken haben die Titel von Inficon noch reichlich Luft nach oben. Das durchschnittliche Kursziel der von AWP erfassten Experten liegt bei 170,36 Franken - rund 15,1 Prozent höher als der momentane Stand. Sieben Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf. Drei sagen «Halten», einer ist für «Verkaufen». Gemessen an den Ratings und dem Preiszielkonsens bieten die Aktien von Inficon den Anlegerinnen und Anlegern auch mittelfristig Chancen.
(cash)
