Die Namensaktien von Lindt & Sprüngli legen am Montag um 0,54 Prozent auf 112'200 Franken zu. Anlass dazu gibt eine Kurszielanpassung von Research Partners: Die Zürcher Analysegesellschaft hebt ihr Ziel von 125'000 auf 133'000 Franken und bestätigt das Halten-Rating.
Das neue Preisziel ist das derzeit dritthöchste am Markt. Es entspricht einem Aufwärtspotenzial von gut 18,5 Prozent. Der breite Markt, gemessen am Swiss Performance Index, pendelt derweil nahe der Nulllinie bei 17'553,60 Punkten. Trotz des Kursanstiegs bleibt die Performance der Namensaktien seit Jahresbeginn mit minus 4,12 Prozent negativ, auf Jahressicht mit minus 3,63 Prozent.
Die zuständige Analystin Jasmine Vogt hatte bereits bei Aufnahme der Abdeckung im Herbst 2022 die Einschätzung formuliert, dass Konsumenten in einem rezessiven Umfeld eher zu günstigerer Schokolade greifen - eine Einschätzung die heute weiterhin gültig sein wird.
Analysten wissen derzeit nicht so recht, was sie mit der Aktie anfangen sollen
Das Bild unter den Analysten ist gemischt. Gemäss Bloomberg empfehlen fünf Analysten die Aktie zum Kauf, acht zum Halten und sieben zum Verkauf. Das durchschnittliche Zwölf-Monats-Kursziel liegt bei 119'084 Franken – und damit deutlich unter dem aktuellen Höchstziel der UBS von 137'000 Franken.
Allerdings hat die Grossbank nach den Jahreszahlen Mitte März 2026 ihr Ziel jüngst von 147'000 auf 137'000 Franken gesenkt. Analyst Joern Iffert begründet dies mit der gesenkten Wachstumsprognose: Lindt habe das Ziel für das organische Umsatzwachstum 2026 auf 4 bis 6 Prozent von zuvor 6 bis 8 Prozent reduziert, angesichts eines fragileren Konsumumfelds und schwächerer Detailhandelsvolumen.
Iffert rechnet kurzfristig mit weiterer Volatilität, erwartet aber für die zweite Jahreshälfte eine Rückkehr zu positivem Mengenwachstum, gestützt durch höhere Marketingausgaben, Produktinnovationen und zusätzlichen Verkaufsflächen. Ab 2027 könnten sinkende Kakaopreise zudem deutliche Ergebnisimpulse liefern. Das tiefste Kursziel am Markt hält JP Morgan mit 100'000 Franken.
Volatilität bleibt
Wie volatil die Aktie derzeit ist, zeigt auch der Kursverlauf des vergangenen Jahres: Nach einem Ausbruch auf das Allzeithoch von 134'800 Franken im Juli 2025 folgte ein deutlicher Rückgang. Jetzt versucht der Kurs erneut, Boden gutzumachen. Entscheidend dürften nun der Ausblick für das zweite Quartal und die Entwicklung der Kakaopreise sein. Der erneute Inflationsschub dürfte die Preissetzungsmacht des Schokoladenherstellers erneut auf die Probe stellen, während die Margenrisiken erhöht bleiben dürften.
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