Die Aktien von Fast Retailing, der Dachgesellschaft von Uniqlo, erreichten am Freitag einen Rekordwert. Der japanische Bekleidungshändler hatte seine Prognose für den operativen Gewinn im Gesamtjahr dank starker Margen und Gewinne angehoben. Gestützt wurden Margen und Gewinne von der robusten Nachfrage nach der Bekleidungsmarke Uniqlo in den USA und Europa.
Die Aktie stieg am Freitag im Tokioter Handel um bis zu 10 Prozent auf ein neues Rekordhoch seit ihrem Börsengang im Juli 1994. Das Unternehmen wird nun mit 23,5 Billionen Yen (148 Milliarden US-Dollar) bewertet. «Ein globaler Uniqlo-Boom könnte bevorstehen», sagte Tadashi Yanai, Gründer und CEO von Fast Retailing, sichtlich euphorisch bei der Präsentation der Geschäftszahlen. «Diese Einschätzung festigt sich zunehmend.»
Der japanische Bekleidungskonzern erwartet nun ein operatives Ergebnis von 700 Milliarden Yen (4,4 Milliarden US-Dollar), verglichen mit der vorherigen Prognose von 650 Milliarden Yen für das Geschäftsjahr bis August – deutlich über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 657 Milliarden Yen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Wachstum von Uniqlo zunehmend von ausländischen Märkten, insbesondere den USA und Europa, getragen wird, während Japan eine stabile Basis bleibt.
Während Fast Retailing-Gründer und CEO Tadashi Yanai mit globaler Expansion im Zentrum sein Umsatzziel von 10 Billionen Yen verfolgt, ist die Anhebung der Prognose ein weiteres Indiz dafür, ob diese Dynamik trotz regional unterschiedlicher Nachfrage anhalten kann. Der Jahresumsatz wird nun auf 3,9 Billionen Yen statt 3,8 Billionen Yen prognostiziert und liegt damit über den Analystenprognosen von 3,8 Billionen Yen.
Fast Retailing gab bekannt, die Umsatzziele von 500 Milliarden Yen in Europa und 300 Milliarden Yen in Nordamerika bereits im laufenden Geschäftsjahr zu erreichen - ein Jahr früher als geplant. «Das Ergebnis war hervorragend», sagte Taku Sugawara, Analyst bei Iwai Cosmo Securities. «Die Markenstärke von Uniqlo hat die westlichen Märkte deutlich durchdrungen und trägt massgeblich zum Gewinn bei.»
Federer: 300 Millionen Werbe-Dollar von Uniqlo auf zehn Jahre
Der Kursanstieg der Aktie erhöht den Gewinn von Fast Retailing in diesem Jahr auf fast 30 Prozent. Der Vergleichsindex Topix legte im gleichen Zeitraum um rund 10 Prozent zu. Für die drei Monate bis Ende Februar betrug der operative Gewinn 190 Milliarden Yen. Analysten hatten laut Bloomberg-Daten im Durchschnitt mit 161 Milliarden Yen gerechnet. Das Unternehmen senkte zudem seine Vertriebs- und Verwaltungskosten.
Die Verlagerung hin zu internationalen Märkten wird immer deutlicher: Das internationale Geschäft verzeichnete einen Gewinnanstieg von 37 Prozent und übertraf damit Japan deutlich. Die stärksten Ergebnisse erzielten Nordamerika, Europa und Teile Asiens ausserhalb Chinas, wo das zweistellige Wachstum die positive Resonanz auf die Kernprodukte und die Marketingstrategie der Marke widerspiegelt.
Obwohl Umsatz und Gewinn in Japan stabil bleiben, sinkt der Umsatzanteil weiter, was die zunehmende Internationalisierung der Geschäftsergebnisse unterstreicht. Auf die Frage nach den Auswirkungen des Iran-Konflikts im Nahen Osten erklärte Yanai, die Auswirkungen seien bisher begrenzt und das Unternehmen habe die Lieferungen bis August gesichert. «Vieles wird davon abhängen, wie lange und wie intensiv der Konflikt wird – wir werden die Situation weiterhin genau beobachten und mögliche Auswirkungen bewerten», sagte er.
Der Schweizer Ex-Tennisstar Roger Federer ist einer der Werbeträger von Uniqlo. Nach der Trennung mit Nike unterschrieb Federer 2018 einen Werbevertrag mit Uniqlo, der ihm auf die Vertragsdauer von zehn Jahren geschätzte 300 Millionen Dollar einbringt.
(Bloomberg/cash)
