Die Aktien des Generikaspezialisten Sandoz fallen um 1 Prozent auf 65,10 Franken, während der Swiss Performance Index (SPI) um 0,4 Prozent anzieht.

Die Kursschwäche geht auf juristische Vergleiche in den Vereinigten Staaten zurück. Die Konzern aus Basel zahlt dafür fast eine halbe Milliarde Franken.

Wie der Generikaspezialist Sandoz am Montag mitteilte, hat er sich mit 43 US-Bundesstaaten und Territorien sowie einer Gruppe indirekter Wiederverkäufer auf Vergleiche geeinigt.

Nach Abschluss der Vereinbarungen wären damit sämtliche Klagen von US-Bundes- und Landesbehörden sowie alle Sammelklagen im Zusammenhang mit dem Verfahren erledigt. Den Betrag dafür beziffert Sandoz auf 450 Millionen US-Dollar, die der Konzern verteilt über sieben Jahre ab 2027 zahlen wird.

Im Mittelpunkt der Verfahren standen Vorwürfe, Generikahersteller hätten Preise auf dem US-Markt unzulässig abgesprochen. Sandoz weist diese Vorwürfe weiterhin zurück. Die jetzt geschlossenen Vergleiche enthalten ausdrücklich kein Schuldeingeständnis. Die Vereinbarung muss nun noch von allen beteiligten Bundesstaaten genehmigt werden.

Nach Abschluss dieses Vergleichs wären sämtliche Ansprüche von US-Bundes- und Landesbehörden gegen Sandoz im Zusammenhang mit den Untersuchungen des Generikamarktes erledigt.

Auch Sammelklagen weitgehend beendet

Zusätzlich hat sich Sandoz mit einer Sammelklage indirekter Wiederverkäufer geeinigt. Zu dieser Klägergruppe gehören unter anderem Apotheken, Kliniken, Krankenhäuser und andere Einrichtungen, die Medikamente einkaufen und an Patienten oder andere Kostenträger weiterverkaufen.

Für diesen Vergleich zahlt Sandoz 28,5 Millionen Dollar. Auch hier gilt: Die Einigung enthält kein Schuldeingeständnis und muss noch vom zuständigen US-Gericht bestätigt werden. Einzelne Kläger können sich zudem entscheiden, nicht an dem Vergleich teilzunehmen.

Langjähriger Rechtsstreit nähert sich dem Ende

Mit den jetzt angekündigten Vergleichen schliesst Sandoz einen Grossteil eines seit Jahren laufenden Rechtsstreits ab. Bereits zuvor hatte das Unternehmen Einigungen mit dem US-Justizministerium sowie mit weiteren Klägergruppen erzielt.

Nach Angaben von Sandoz bleiben damit lediglich noch Klagen einzelner Kläger anhängig, die sich den bisherigen Sammelvergleichen nicht angeschlossen haben. Das Unternehmen kündigte an, sich gegen diese Verfahren weiterhin entschieden zu verteidigen.

Keine Auswirkungen auf Prognose

Die nun vereinbarten Vergleiche haben nach Angaben von Sandoz keine Auswirkungen auf die Jahresprognose 2026 oder den mittelfristigen Geschäftsausblick. Das Unternehmen hat seine bereits gebildeten Rückstellungen allerdings erhöht, um die vereinbarten Zahlungen abzudecken.

Sandoz betont, dass die Einigungen Teil der Unternehmensstrategie seien, Altlasten aus der Vergangenheit zu bereinigen und Rechtssicherheit zu schaffen.

(AWP)