Investoren von Zurich Insurance sind auf dem Rückzug. Die Aktie des Versicherungskonzerns fällt um 2,9 Prozent auf 589,80 Franken. Sie setzen damit ihren Sinkflug der vergangenen Tage fort und notieren nun auf dem tiefsten Stand seit Ende Juni. 

Dabei hat das von Gruppen-CEO Mario Greco geleitete Konzern am Donnerstagmorgen ein überwiegend positives Halbjahresergebnis vorgelegt: «Das erste Halbjahr 2026 zeigt eine vorteilhafte Entwicklung mit guten Gewinnbeiträgen von allen drei Geschäftsfeldern», schreibt der zuständige Analyst der Zürcher Kantonalbank (ZKB), Georg Marti. Er stuft Zurich «Übergewichten» ein und beziffert den fairen Wert je Aktie mit 684 Franken, womit er ein 16-prozentiges Aufwärtspotenzial andeutet.

Die Versicherungsgruppe sei auf Kurs, die Finanzziele für 2027 zu übertreffen, notierte Vontobel-Analyst Matteo Lindauer. Sein Fokus bleibt jedoch auf der Integration des britischen Spezialversicherers Beazley. Der Abschluss der Transaktion wird für das zweiten Halbjahr 2026 erwartet.

Schwachstellen im soeben vorgestellten Zahlenwerk liegt bei Farmers, der US-Tochtergesellschaft von Zurich. Deren Betriebsgewinn lag gut 3 Prozent unter dem Konsens - ein Umstand, auf den sowohl Marti als auch Lindauer in ihren Notizen ansprechen.

Insgesamt starke Zahlen

Zurich hat in der ersten Jahreshälfte 2026 die Ergebnisse deutlich gesteigert. Dabei gelang es dem Konzern, in der Unfall- und Schadensversicherung (P&C) weiter profitabel zu wachsen. Aber auch im Lebengeschäft kann die Zurich punkten.

Der Betriebsgewinn (Business Operating Profit - BOP) der Zurich kletterte in den Monaten Januar bis Juni um 13 Prozent auf 4,77 Milliarden US-Dollar, wie der Versicherungskonzern am Donnerstag mitteilte. Damit wurde die im Vorjahr gesetzte Rekordmarke geknackt.

Unter dem Strich stieg der Reingewinn um 14 Prozent auf 3,49 Milliarden Dollar. Damit übertraf die Zurich die Vorgaben der Analysten klar, die im Vorfeld im Durchschnitt (AWP-Konsens) 3,43 Milliarden erwartet hatten. Zum BOP lagen die Schätzungen bei 4,61 Milliarden.

Lukratives P&C-Geschäft

Seit Jahren Erfolgsgarant ist die Sparte P&C. Da legten die Prämieneinnahmen weiter zu, und zwar um 10 Prozent auf 29,9 Milliarden Dollar. Der Schaden-Kosten-Satz als Mass für die operative Profitabilität hat sich gegenüber dem guten Vorjahreswert nur leicht um 0,3 Punkte auf 92,7 Prozent verschlechtert. Grössere Katastrophenereignisse blieben aus.

Der Betriebsgewinn BOP nahm im P&C-Geschäft um 16 Prozent auf 2,81 Milliarden Dollar zu. Vor allem aber auch in der Lebensversicherung (+23 Prozent auf 1,27 Milliarden) und im Geschäft mit dem US-Partner Farmers (+2 Prozent auf 1,18 Milliarden) rückte der BOP vor.

Weiterhin auf Zielkurs

Die Zurich sieht sich weiterhin auf gutem Weg, die in dem bis 2027 laufenden Dreijahresprogramm gesetzten Ziele zu übertreffen. Mit einer Eigenkapitalrendite von 25,1 Prozent im ersten Halbjahr 2026 liegt der Konzern bereits über der Vorgabe von "mindestens 23 Prozent". Für das Lebengeschäft wurde die BOP-Prognose mit einem Wachstum von 10 Prozent leicht angehoben.

Den nächsten Wachstumsschritt vollzieht die Zurich in der Spezialversicherung, wo für knapp 11 Milliarden Dollar der britische Anbieter Beazley zugekauft wurde. Die Übernahme soll noch in diesem Jahr vollzogen werden.

(AWP)