Die Valoren von Georg Fischer ziehen am Freitag nach der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen um 11,2 Prozent auf 51,00 Franken an, während der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) unverändert notiert. Trotz des Kurssprungs steht die Aktie im Vergleich zum Jahresbeginn 7 Prozent tiefer.
Die Avancen des Titels sind zum einen auf die ausgewiesenen Erfolge an der Verkaufsfront zurückzuführen. Georg Fischer meldete ein organisches Wachstum in Flow Solutions von 5,8 Prozent und einen Anstieg beim Auftragseingang von 14 Prozent. Damit übertraf das Schaffhauser Industrieunternehmen die Erwartungen deutlich.
Hervorzuheben ist zum anderen die erhöhte Guidance. Das Wachstumsziel für 2026 wurde auf ein mittleres einstelliges organisches Wachstum angehoben und einem unverändert erwarteten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 14 bis 16 Prozent. Zudem soll die Nettoverschuldung dank der Erlöse aus Desinvestitionen im Verhältnis zum Ebitda bis Ende 2026 auf 2,4x bis 2.8x nach zuvor kommunizierten 3,0x sinken.
Das erste Halbjahr 2026 war herausfordernd mit extremen Wetterbedingungen, dem Nahostkonflikt sowie weiterhin schwachen Bau- und Industriemärkten, schreibt Walter Bamert, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB) in einem Kommentar. Nach einem schwachen Jahresstart habe das Flow-Solutions-Geschäft ab April deutlich an Dynamik gewonnen. Treiber waren die höhere Geschäftsaktivität sowie Preiserhöhungen, die gegen Ende des ersten Halbjahres zur Kompensation der aufgrund des Kriegs im Nahen Osten gestiegenen Rohmaterialkosten beitrugen.
Der ZKB-Experte sieht den indikativen fairen Wert pro Aktie bei 63 Franken, was ein Aufwärtspotenzial von 26 Prozent ergibt. Die Märkte von Georg Fischer zeigten Erholungstendenzen, die Integrations- und Restrukturierungskosten nehmen ab und deren Wirkungen kommen verstärkt zum Vorschein. Die ZKB bestätigt die Einstufung «Übergewichten».
Der Vontobel-Analyst Arben Hasanaj zeigt sich beim Kursziel noch optimistischer und sieht die Aktie gar auf 75 Franken klettern. Die Ergebnisse des ersten Halbjahres 2026 bestätigten, dass Georg Fischer mit seinem Transformationsplan auf Kurs sei und attraktives Wachstum aus seinem Kerngeschäft generieren könne.
Die Gewinne blieben zwar begrenzt, sollten sich aber mit der Erholung des Volumens und weiterer Straffung verbessern, so der Vontobel-Experte. Mit der jüngsten Ankündigung des Verkaufs von Precicast habe das Unternehmen einen wichtigen Meilenstein erreicht, um ein Pure Play im Bereich Flow Solutions zu werden. «Ein fortgesetzter Schuldenabbau und eine stetige Umsetzung werden entscheidend sein, um die derzeit gedämpfte Bewertung von GF anzuheben», kommentiert Hasanaj vom Zürcher Vermögensverwalter.
Gemäss AWP-Analyzer stufen sieben Analysten den Titel mit «Kaufen» und drei mit «Halten» ein. Eine Verkaufsempfehlung liegt nicht vor. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 46 Franken.
(cash)
