Die Aktien von Logitech legen auch am Dienstag deutlich zu. Das Plus von rund 5 Prozent führt die Valoren auf den Stand von 102,45 Franken. Damit überqueren sie zum ersten Mal seit Sommer 2021 die 100-Franken-Schwelle und bewegen sich folglich auf einem Fünf-Jahres-Hoch.

Die Avancen am heutigen Dienstagvormittag kamen mit Ansage. Schon an den zurückliegenden drei Börsentagen – Donnerstag, Freitag, Montag – gewannen die Aktien des Computerzubehör-Herstellers 12,7 Prozent und verbesserten sich dadurch von 86,56 Franken, dem Schlusskurs vom Donnerstag, auf 97,56 Franken, den Schlusskurs vom Montag.

Dabei profitierten sie einerseits von einem freundlichen Börsenumfeld für Computer- beziehungsweise Hardware-Hersteller. Auch die Aktien von Dell, Hewlett Packard Enterprise und Lenovo haben starken Rückenwind. Dell beispielsweise hatte vergangene Woche dank einer starken Nachfrage nach Servern für Künstliche Intelligenz (KI) seine Jahresziele für Umsatz und Gewinn markant nach oben gesetzt. «Wir sind mit einer klaren Dynamik in das Geschäftsjahr 2027 gestartet und haben unsere Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf 167 Milliarden US-Dollar angehoben, was einem Anstieg von fast 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht», sagte David Kennedy, Finanzchef des US-Computerbauers.

Andererseits ist Logitech auch selbst operativ gut unterwegs, wie Kommentare verschiedener Analysten aufzeigen. 

Nach den «starken» Ergebnissen, die im Mai gemeldet wurden, und anhaltend positiven Trends in allen Produktkategorien von Logitech passe er die Wachstumsschätzungen für das Geschäftsjahr 2027/28 nach oben an, notierte Michael Foeth, Analyst der Bank Vontobel, am Dienstagmorgen. «Anhaltend hohe Margen, eine starke Cash-Generierung und eine sehr gesunde Bilanz sorgen für eine nachhaltige Wertschöpfung.» Foeth bestätigte das «Buy»-Rating und erhöhte das Kursziel für Logitech von 101 auf 113 Franken. Dieses neue Preisziel zeigt an, dass sich die Aktie des in Lausanne ansässigen Unternehmens mittelfristig klar über der soeben überquerten 100-Franken-Marke.

Gleiches legt die Einschätzung der Bank Berenberg nahe. Sie stuft Logitech ebenfalls mit «Buy» ein. Das Kursziel wurde Anfang Mai von 110 auf 115 Franken erhöht. Das Unternehmen habe eine starke Produktepipeline, notierte der zuständige Berenberg-Analyst, Lucas Glemser. Das Beispiel der MX-Master-4-Maus zeige, dass Logitech seine Geschäfte in einem schwierigen makroökonomischen Umfeld ausbauen konnte - eben durch die Einführung neuer und innovativer Produkte, gepaart mit gezielten Marketingkampagnen. Es sei auch gelungen, zollbedingte Preiserhöhungen weiterzugeben und dabei keinen umfangreichen Nachfragerückgang auszulösen.

Sowohl Vontobel als auch Berenberg liegen beim Preisziel über dem Konsens der von AWP erfassten Analysten. Dieser sieht die Aktie bei 95,40 Franken, also unter der momentanen Notierung. Gemessen daran dürften sich die Valoren wieder abschwächen, ausser die Experten gehen über die Bücher und ziehen die bisherigen Kursziele nach oben.

Zurzeit gibt es sechs Kauf- und vier Halten-Empfehlungen zu Logitech. Kein Anlageurteil lautet «Verkaufen».

Reto Zanettin
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