Nur einen Monat nach dem Rückzug einer Übernahmeofferte für AkzoNobel hat der japanische Farbenhersteller Nippon Paint einen neuen Vorstoss beim niederländischen Konkurrenten gewagt. Doch auch mit dem Versuch, statt den gesamten Konzern nun nur die Dekorationssparte zu übernehmen, stossen die Japaner auf Widerstand.
Nippon Paint habe mehrere unverbindliche Angebote für den Geschäftsbereich mit der Marke Dulux vorgelegt und diesen dabei mit 7,5 Milliarden Euro bewertet, teilte AkzoNobel am Montag mit. Der Verwaltungsrat lehne die Offerten jedoch ab, da sie die Sparte erheblich unterbewerteten. Zudem untersage die bestehende Fusionsvereinbarung von AkzoNobel mit dem US-Konzern Axalta jegliche Verhandlungen. Das Gremium empfehle den Aktionären weiterhin den geplanten Zusammenschluss mit Axalta.
Die Aktionäre von AkzoNobel und Axalta sollen am 5. August über die Fusion abstimmen, durch die ein neuer Branchenriese mit einem Wert von 25 Milliarden Dollar entstünde. Das Vorhaben soll Kosteneinsparungen von 600 Millionen Dollar bringen und den Fokus stärker auf Industriebeschichtungen lenken. Diese gelten bei einer Konsumflaute als widerstandsfähiger als Dekorationsfarben. Die Branche befindet sich derzeit in einer Konsolidierungswelle und versucht, mit Zusammenschlüssen Kosten zu senken. Damit reagieren die Hersteller auf steigende Ausgaben, intensiven Wettbewerb und die Unsicherheit durch die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle.
Erst Anfang Juni hatten Nippon Paint und der US-Konzern Sherwin-Williams ihr Werben um AkzoNobel aufgegeben. Sie hatten zuvor 73 Euro je Aktie oder insgesamt 12,5 Milliarden Euro für den gesamten Konzern geboten. Der Plan sah vor, dass Nippon Paint die Niederländer zunächst komplett übernimmt und die Sparten für Auto-, Schiffs- und Pulverlacke anschliessend an Sherwin-Williams weiterreicht. AkzoNobel hatte dies mit Verweis auf kartellrechtliche Risiken, die komplexe Aufspaltung und eine zu geringe Bewertung abgelehnt.
Nippon Paint erklärte am Montag zu dem neuen Vorstoss, es seien noch keine konkreten Entscheidungen über einen Kauf getroffen worden. Die Aktien des japanischen Unternehmens gaben um rund 2,5 Prozent nach. Akzo-Aktien stiegen dagegen um mehr als drei Prozent.
(Reuters)

