Die acht zum AWP-Konsens beitragenden Analysten gehen bei Alcon von einem Umsatz von 2,54 Milliarden Dollar im zweiten Quartal aus. Die operative Marge dürfte sich auf 13,5 Prozent belaufen, die Kernmarge auf 19,9 Prozent. Der Gewinn pro Aktie sollte 0,46 Dollar und der Kerngewinn pro Aktie 0,73 Dollar betragen.
Der Augenheilmittelspezialist dürfte dabei im zweiten Quartal den Wachstumskurs gehalten haben. Die meisten Analysten gehen von einem Wachstum in Lokalwährungen von rund sieben Prozent aus. Dies würde sich in der Grössenordnung des Startquartals befinden. In der Berichtswährung US-Dollar führt dies laut den Schätzungen zu einem Plus von rund sechs Prozent auf 2,54 Milliarden.
Interessant ist dabei wie immer der Blick auf die beiden Sparten. Diverse Experten halten es für wahrscheinlich, dass der Bereich «Vision Care» mit Kontaktlinsen und Augentropfen beim Wachstum besser abgeschnitten hat als «Surgical» - das sind Produkte für die Augenchirurgie.
Nicht zuletzt wegen Skaleneffekten wird auch bei den Profitabilitätskennzahlen mit Verbesserungen gerechnet. So wird die operative Marge (Core) im Schnitt bei rund 20 Prozent gesehen und der Gewinn pro Aktie (EPS Core) bei 0,73 und damit gut fünf Prozent höher als im Vorjahreszeitraum.
Organisches Wachstum gegen zehn Prozent
Alcon erwartet für das Gesamtjahr einen Umsatz zwischen 9,9 und 10,1 Milliarden US-Dollar und ein organisches Plus von sieben bis neun Prozent. Die Kern-Marge auf Stufe EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen) soll bei 20,5 bis 21,5 Prozent zu liegen kommen, der Kerngewinn pro Aktie (Core) bei 3,00 bis 3,10 Dollar. Bis 2027 will der Konzern einen Umsatz von 12 Milliarden US-Dollar erreichen, wie Firmenchef David Endicott kürzlich in einem Interview mit AWP bestätigte.
Der Konzern übernahm Anfang Juni das auf die Behandlung von Glaukomen mittels direkter selektiver Lasertrabekuloplastik (DSLT) spezialisierte Unternehmen Belkin Vision aus Israel. Den Kaufpreis beziffert Alcon damals auf 81 Millionen US-Dollar, einschliesslich einer Barzahlung von 65 Millionen. Dabei handelt es sich um eine Vorauszahlung. Erreicht die neue Tochter strenge umsatzbasierte Meilensteine, könnten bis zu 385 Millionen US-Dollar zusätzlich fällig werden.
Im Juni erhielt Alcon ausserdem für zwei Chirurgie-Technologien «Unity VCS» und «Unity CS» die Zulassung in den USA. Damit können diese dort bei Operationen des Grauen Stars eingesetzt werden.
Überflieger an der Börse
Die Papiere von Alcon gehören seit Anfang Jahr zu den stärksten Blue Chips. Während der Gesamtmarkt gemessen am Leitindex SMI ein Plus von rund neun Prozent verzeichnet hat, haben die Aktien von Alcon eine Zunahme um über ein Viertel ihres Werts verzeichnet. Im Vorjahr entwickelten sich die Papiere insgesamt flach.
Gemäss AWP-Analyser bewerten zwölf Analysten den Titel mit «Kaufen», vier mit «Halten» und einer mit «Verkaufen». Das durchschnittliche Kursziel beträgt 85,50 Franken.
(AWP/cash)
