Die Aktien von Alcon steigen im frühen Handel am Dienstag zeitweise rund 5,5 Prozent auf 61,54 Franken. Der Augenheilkonzern hat die Markterwartungen mit fden Zweitquartalszahlen übertroffen und die Ziele angehoben.

Die Reaktionen der Experten fallen sehr positiv aus. Die Zürcher Kantonalbank lobt die Resultate auf ganzer Linie. Besonders erfreut zeigen sich die Analysten über das über dem Konsens liegende EBIT und den erhöhten Margenausblick fürs Gesamtjahr.

Aus Sicht der ZKB sind die Titel weiterhin stark vernachlässigt, obschon sich das Momentum im zugrundeliegenden Geschäft seit drei Quartalen stetig verbessert. So ist die Aktie in den vergangenen zwölf Monaten rund 17 Prozent gefallen, im letzten Halbjahr um über 3 Prozent. Zum Vergleich: Der Swiss Performance Index (SPI) notiert in beiden Zeitperioden im Plus - mit 24 respektive 10 Prozent.

Da die Bewertung der Titel anspruchslos ist, sieht die ZKB viel Aufwärtspotenzial. Den fairen Wert beziffert die Bank auf 85 Franken und bestätigt das Rating «Übergewichten».

Die Experten der Bank Vontobel zeichnen in ihrer Ersteinschätzung ein etwas nuanciertes Bild. Die Ergebnisse zum zweiten Quartal zeigten sowohl Lichtblicke als auch Herausforderungen. Umsatz und Margen seien die Lichtblicke, «Implantables» blieben schwach, und die Einstellung der akkommodierenden «IOL Power Vision» war überraschend. Bedenken zur Beendigung des Programms äussert auch Bernstein-Analystin Susannah Ludwig. Im Markt könnte dies die Sorgen hinsichtlich der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit des IOL-Geschäfts bei Alcon verstärken.

Dennoch: Sowohl Bernstein als auch Vontobel empfehlen den Kauf. Das Kursziel sehen sie allerdings bei 72,50 respektive 70 Franken. Die beiden Finanzinstitute gehen damit von einem deutlich geringeren Gewinnpotenzial als die ZKB mit über 38 Prozent aus.

Markterwartungen übertroffen

Von April bis Juni erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 2,78 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Plus von 8 Prozent, wie Alcon am Montag nach US-Börsenschluss mitteilte. In Lokalwährung resultierte ein Plus von 7 Prozent nach 3 Prozent in der Vorjahresperiode.

Die Kernmarge als Mass für die Profitabilität stieg ebenfalls auf 20,6 Prozent von 19,1 Prozent. Unter dem Strich steht ein höherer Kerngewinn von 84 Cents pro Aktie nach 76 Cents im Vorjahr.

Damit hat das Unternehmen die Erwartungen im AWP-Konsens bei der Marge und dem Kerngewinn je Aktie deutlich übertroffen, während der Umsatz genau den Schätzungen im Schnitt entsprach.

Gewinnausblick erhöht

Die Ziele für das Gesamtjahr 2026 schraubt Alcon nun bei der Profitabilität hoch. Konkret erhöht das Management die Prognose für das Wachstum des Kerngewinns je Aktie auf 12 bis 15 Prozent (bisher: 10 bis 13 Prozent) und erwartet eine Verbesserung der operativen Kernmarge um 90 bis 190 Basispunkte (bisher: 70 bis 170 Basispunkte). Die Umsatzprognose für das laufende Jahr bestätigt der Augenheilkundespezialist mit einem Wachstum zu konstanten Wechselkursen von 5 bis 7 Prozent.

«Die Produkte Unity, PanOptix Pro, Tryptyr und weitere neue Lancierungen haben das Wachstum angekurbelt», wird CEO David Endicott in der Mitteilung zitiert. Damit werde die Innovationskraft des Unternehmens weiter gestärkt.

Ausserdem würden die Produkte im gesamten Portfolio an Bedeutung gewinnen. «Die Marktpositionen werden ausgebaut, auch im Bereich Kontaktlinsen, wo wir weiterhin Marktanteile gewinnen», so der Konzernchef.

(cash/AWP)