Investoren hoffen nun auf ein Ausbleiben des Mai-Schocks, wenn der Augenheilmittelhersteller am heutigen Montag nachbörslich die Zahlen veröffentlicht. Die Aktie hat sich seit dem Mai-Taucher um etwas mehr als 10 Prozent nach oben gerappelt.
Investoren bleiben aber vorsichtig: Gerade in der derzeit laufenden Berichtssaison wurden verfehlte Markterwartungen besonders hart abgestraft. Die seit Mai zu beobachtende zaghafte Erholung der Alcon-Aktien könnte womöglich schnell wieder der Geschichte angehören.
Analysten erwarten im Schnitt einen Umsatz von 2,78 Milliarden Dollar im zweiten Quartal nach 2,58 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Der Kerngewinn pro Aktie wird auf 0,77 Dollar geschätzt, verglichen mit 0,76 Dollar. Insgesamt acht Analysten haben zum AWP-Konsens beigetragen. Hier wichtige Fragen und Antworten zu den Zahlen:
Wie hat sich das Geschäft entwickelt?
Die Analysten erwarten bei Alcon im zweiten Quartal ein stabiles bis leicht stärkeres organisches Wachstum als im ersten Quartal (Q1: 6%). Die Entwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche soll ähnlich wie im ersten Quartal verlaufen, wobei der Bereich Vision Care laut der Deutschen Bank etwas stärker wachsen dürfte. Die operative Kernmarge könnte laut dem Konsens etwas tiefer ausfallen, wobei die Schätzungen relativ weit auseinander liegen und teilweise auch ein Plus für möglich halten. Dabei dürften sich Zölle und die Kosten für die Einführung neuer Produkte niederschlagen.
Was steht sonst im Fokus?
Die Anleger werden auch auf Aussagen zur Entwicklungskooperation mit dem US-Unternehmen RxSight achten, die im Juli angekündigt wurde. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen verstellbare Intraokularlinsen (PCIOLs) zur Behandlung von Patienten mit Grauem Star entwickeln und vermarkten.
Für Alcon als PCIOLs-Marktführer könne dies ein zusätzlicher Wachstumstreiber sein, der zu einem höheren Bruttogewinn pro Linse führen würde, schreiben die Experten von Goldman Sachs. Allerdings dürfte die Entwicklung der neuen Linsen mehrere Jahre in Anspruch nehmen.
Wird die Prognose bestätigt?
Alcon dürfte die Prognosen für 2026 laut den Analysten bestätigen. Bis anhin stellte das Management ein Umsatzwachstum zu konstanten Wechselkursen von 5 bis 7 Prozent in Aussicht (Vorjahr: +4 Prozent).
Ausserdem strebt das Unternehmen eine Verbesserung der operativen Kernmarge um 70 bis 170 Basispunkte sowie eine Steigerung des Gewinns je Aktie um 10 bis 13 Prozent an. Diese Ziele sind aus Sicht der Deutschen Bank "weiterhin erreichbar".
Wie entwickelt sich die Aktie?
Die Alcon-Aktien gehören mit einem Minus von rund 10 Prozent seit Jahresbeginn zu den schwächsten Blue Chips. In der gleichen Zeit hat der SMI um etwa 10 Prozent zugelegt. Bereits im letzten Jahr entwickelten sich die Titel unterdurchschnittlich.
(AWP/cash)
