Die Aktien des IT-Retailers Also sind am Dienstag mit einem massiven Kursverlust in den Handel gestartet. Die am Morgen publizierten Ergebnisse zum Geschäftsjahr 2025 blieben hinter den Erwartungen zurück. Analysten sprechen in ersten Kommentaren von einem operativ enttäuschenden Abschluss und einer Guidance für 2026, die klar unter dem Marktkonsens liegt.
Am Markt werden insbesondere der unter den Erwartungen liegende EBITDA 2025 sowie der vorsichtige Ausblick für 2026 kritisch beurteilt. Zwar wird der starke operative Cashflow positiv hervorgehoben, insgesamt überwiegt aber die Enttäuschung über die Profitabilität und die Abhängigkeit von Akquisitionen.
Die ZKB bezeichnet die Zahlen als schwach. Zwar impliziere die EBITDA-Guidance von 300 bis 340 Millionen Euro für 2026 ein Wachstum von rund 12 Prozent gegenüber 2025, die Mitte der Spanne von 320 Millionen liege jedoch deutlich unter dem Marktkonsens von 357 Millionen Euro. Zudem sei die Verbesserung im zweiten Halbjahr 2025 zu grossen Teilen auf die Übernahme von Westcoast zurückzuführen.
Auch Vontobel spricht von einem enttäuschenden operativen Ergebnis. Der EBITDA für 2025 habe am unteren Ende der eigenen Zielbandbreite gelegen und sei 8 Prozent unter dem Konsens ausgefallen. Ohne Akquisitionen wäre das operative Ergebnis dem zuständigen Analysten zufolge stagniert. Positiv hebt er den «starken» freien Cashflow hervor. Die EBITDA-Guidance 2026 liege jedoch 10 bis 15 Prozent unter den Markterwartungen und dürfte zu weiteren Schätzungsreduktionen führen.
Reingewinn unter Druck, Erhöhung der Dividende
Der Reingewinn fällt zwar leicht tiefer aus als im Vorjahr, dennoch will Also die Dividende erhöhen. Der Nettoerlös aus Lieferung und Leistung stieg 2025 um 42 Prozent auf 13,5 Milliarden, wie das Innerschweizer Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA erhöhte sich um 22 Prozent auf 286 Millionen Euro.
Als Hebel der positiven Entwicklung nennt das Unternehmen Effizienzsteigerungen, den weiteren Ausbau des Cloud-Geschäfts, das um 38 Prozent wuchs, sowie zusätzliche Optimierungen im Produktkategorie-, Reseller- und Vendoren-Mix.
Einen wesentlichen Beitrag lieferten zudem die übernommenen Aktivitäten des britischen Technologieanbieters Westcoast, die seit März konsolidiert werden. Diese hätten 62,6 Millionen zum EBITDA beigesteuert, wobei Einmalkosten für die Akquisition in Höhe von 8,5 Millionen Euro angefallen seien, heisst es im Geschäftsbericht.
Unter dem Strich verbuchte Also einen Reingewinn von 109,6 Millionen Euro, was einem Minus von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) erreichte bereinigt 25,2 Prozent nach 29,6 Prozent im Vorjahr.
Optimistischer Ausblick
Mit den Zahlen hat Also die eigenen Ziele erreicht, Analysten hatten aber beim EBITDA und Reingewinn deutlich mehr erwartet.
Beim Blick in die Zukunft gibt sich Also zuversichtlich: Für 2026 wird ein EBITDA zwische 300 und 340 Millionen Euro angestrebt, die Kapitalrendite (ROCE) soll bei über 20 Prozent liegen.
Zudem bestätigt das Unternehmen seine Mittelfristziele. Innerhalb von drei bis fünf Jahren peilt das Unternehmen einen EBITDA zwischen 425 und 525 Millionen Euro an, der ROCE soll über 25 Prozent erreichen.
(AWP)

