Die Aktien des Halbleiterkonzerns AMD stiegen am Dienstag zunächst auf ein Eineinhalb-Jahres-Hoch von 132,83 Dollar, drehten dann aber ins Minus und verloren ein Prozent auf 127,81 Dollar.
Firmenchefin Lisa Su wollte bei einer Präsentation den KI-"Superchip" MI300 vorstellen, mit dem AMD den weltweiten Branchenprimus in diesem Bereich, NVidia, angreifen will. Der Prozessor basiert wie die Produkte des Rivalen auf Grafikkarten-Technologie, die für die gleichzeitige Verarbeitung zahlreicher Berechnungen optimiert ist. Dies ist für sogenannte Generative KI wie ChatGPT, die viel Rechenpower benötigt, entscheidend. Früheren Aussagen von Su zufolge soll der Verkauf von MI300 im vierten Quartal beginnen. Ab 2024 erwarte sie bedeutendere Umsatz-Beiträge.
Analysten zufolge beherrscht NVidia bis zu 95 Prozent des Weltmarkts für KI-Spezialchips. Dies hievte den Börsenwert des Konzerns vor einigen Wochen kurzzeitig über die Marke von einer Billion Dollar. Darüber hinaus liefert NVidia KI-Forschern seit Jahren Software-Tools. Daher kann das Unternehmen viele Entwicklungen vorhersehen und in seinem Chip-Design berücksichtigen.
AMD habe sowohl auf der Hardware- als auch der Software-Seite erheblichen Nachhol-Bedarf, sagte Analyst Kevin Krewell vom Research-Haus Tirias. "Sie müssen sich mit den Forschern vernetzen, um zu verstehen, wie sich der Markt entwickelt und wie sie darauf reagieren müssen."
(Reuters)
