Der Kreditkartenanbieter American Express hat Ende 2025 nicht so stark wie Visa und Mastercard von der Konsumlust der Kunden profitiert. Im vierten Quartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich um zehn Prozent auf knapp 19 Milliarden US-Dollar (15,9 Mrd Euro), wie das Unternehmen am Freitag in New York mitteilte. Der Quartalsgewinn legte um 13 Prozent auf knapp 2,5 Milliarden Dollar zu.
Dämpfend wirkten sich dabei drohende Kreditausfälle aus, denn American Express legte dafür mit 1,4 Milliarden Dollar etwas mehr zurück als ein Jahr zuvor. Im Gesamtjahr verdiente der Konzern 10,8 Milliarden Dollar, eine Steigerung um sieben Prozent. Die Aktie des Konzerns reagierte vorbörslich mit einem Kursverlust von mehr als zwei Prozent auf die Neuigkeiten.
Anders als Visa und Mastercard wickelt American Express nicht nur Kartenzahlungen ab, sondern vergibt auch Kredite. Zudem zielt Amex verstärkt auf zahlungskräftige Kunden ab, die für vergleichsweise hohe Kartengebühren unter anderem Rabatte auf Reisen und Zugang zu den Flughafen-Lounges von American Express bekommen.
Die amerikanische Kreditkartenbranche steht derzeit unter Beschuss von US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte Mitte Januar angekündigt, dass ab dem 20. Januar für Kreditkarten ein Jahr lang ein Maximalzins von zehn Prozent gelten soll. Unklar war zunächst, ob und wenn ja, wie Trumps Plan zu realisieren ist.
Trump verspricht sich davon, das Leben von US-Amerikanern «erschwinglich» zu machen: Viele von ihnen leben von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck und haben keine grossen Rücklagen. Zudem ist der Kauf auf Pump in den Vereinigten Staaten deutlich üblicher als in Deutschland, sodass sich viele verschulden und Kreditkartenzinsen jeden Monat aufs Neue bedienen müssen.
Nach Angaben der US-Notenbank Federal Reserve von November 2025 lag der durchschnittliche Zinssatz für Kreditkarten zwischen Ende 2023 und Ende 2024 bei 21,5 Prozent. Trump fordert dementsprechend mehr als eine Halbierung.
(AWP)

