«Unsere Pipeline ist für die nächsten drei, vier Jahre gefüllt», sagte Amrize-Chef Jan Jenisch in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der «NZZ». «Allein rund um Washington (DC) werden derzeit 500 Datenzentren gebaut», erklärte Jenisch. Neben Zement und Beton liefert Amrize für diesen Wachstumsbereich auch Dachsysteme. Das Geschäft soll sich laut dem Konzernchef in den nächsten zwei Jahren verdoppeln.

Insgesamt erzielt Amrize die Hälfte der Erlöse mit Unternehmenskunden, wie Jenisch weiter sagte. «30 Prozent entfallen auf Infrastruktur und 20 Prozent auf den privaten Hausbau. Und mehr als 40 Prozent sind Reparaturarbeiten, die oft konjunkturunabhängig anfallen.»

Während sich der 59-jährige Firmenlenker und frühere Holcim- und Sika-Chef mit dem Börsenkurs zufrieden zeigt, spricht er vom erhöhten Druck der Investoren in den USA: Die Anleger erwarteten die Umsetzung der Strategie und profitables Wachstum. «Wir sind natürlich der Newcomer an der New York Stock Exchange und müssen uns erst einmal beweisen», so Jenisch. Der Druck, Leistung zu erbringen, sei in den USA deutlich höher als in Europa.

Als Folge habe der Konzern unter anderem Investitionsprojekte aufgegleist. In Westtexas habe man kürzlich etwa eine «sehr gute Akquisition» getätigt, die 1,5 Prozent zusätzliches Wachstum bringen soll. «Zugleich wachsen wir auch organisch und bauen eine Reihe bestehender Werke aus», sagte Jenisch.

Amrize beschäftigt 19'000 Mitarbeitende, davon rund 80 in Zug.

(AWP)