Nach dem am vergangenen Freitag gemeldeten Nettoverlust für das abgelaufene Geschäftsjahr ging es mit den Valoren von Molecular Partners um 16 Prozent auf 3,15 Franken in den Keller, ehe der Titel am Mittwoch zu einer Erholung ansetzte und 4 Prozent auf 3,27 Franken zulegte.
Mit dem Kursrückgang löste sich ein Grossteil der Gewinne der letzten fünf Monate wieder in Luft auf. Der Titel notierte am 22. Oktober 2025 auf einem Allzeittief von 2,71 Franken und zog bis Anfang März auf 3,95 Franken an.
Eine Kundennotiz der US-Investmentbank TD Cowen von Anfang Woche konnte dem Titel keinen grossen Schub verleihen. Deren Analyst stuft den Titel als «äusserst überzeugend und unterbewertet» weiterhin mit einem «Buy»-Rating und einem Kursziel von 15 Franken ein. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von fast 360 Prozent.
Die firmeneigene «DARPin»-Technologie von Molecular Partners ermögliche es dem Unternehmen, «selektiver und schneller auf tumorassoziierte Antigene zuzugreifen als Unternehmen, die auf niedermolekulare Wirkstoffe oder Antikörper angewiesen sind», schrieb der Experte Michael Nedelcovych in einer Analyse.
«DARPins» - auf englisch «Designed Ankyrin Repeat Proteins» - sind kleine, künstliche Bindeproteine, die Antigene mit hoher Affinität und Spezifität erkennen. Sie sind wesentlich kleiner und stabiler als herkömmliche Antikörper, lassen sich kostengünstig in Bakterien herstellen und werden in der Krebstherapie sowie in der pharmazeutischen Diagnostik eingesetzt. Radio-DARPins von Molecular Partners ermöglichen die gezielte Abgabe hochwirksamer radioaktiver Substanzen an Tumorläsionen unter Schonung gesunden Gewebes.
Diese DARPins bieten gemäss TD Cowen weitere Vorteile, wie die einfache Anwendung von Halbwertszeitverlängerern und ein Molekulargewicht, das die Vorteile von niedermolekularen Wirkstoffen und Antikörpern in Bezug auf die Radioligandentherapie vereinen könnte. Der Experte der US-Investmentbank geht dank der Radioligandenplattform von Molecular Partners davon aus, dass diese in diesem Jahr erwarteten klinischen Daten Wertsteigerungen ermöglichen werden.
Im Moment scheint es allerdings noch an der mangelnden Visibilität in der Pharmapipeline zu fehlen. So sehen die Pharma-Analysten von JPMorgan vorerst kein Potenzial und halten am Kursziel von 3,00 Franken fest. Die Einstufung lautet schon seit sechs Jahren «Neutral». Für 2026 erhofft sich der zuständige Analyst klinische Updates, die mehr Klarheit über die zukünftige Pipeline-Entwicklung bringen sollten.
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