Die Aktien von SGS fallen kurz nach Börsenstart rund 0,2 Prozent auf 85,54 Franken. In einem insgesamt schwachen Umfeld - der Swiss Performance Index (SPI) sinkt rund 0,7 Prozent in derselben Zeit - drüfte eine Neuabdeckung von Kepler Cheuvreux bei den SGS-Titeln für Rückenwind sorgen.

Das französische Finanzinstitut nimmt die Abdeckung des Warenprüfkonzerns mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 102 Franken wieder auf - was einem Aufwärtspotenzial von rund 20 Prozent entspricht. Der Kepler-Analyst betont, dass der europäische TIC-Sektor (Testing, Inspection, Certification) derzeit unterbewertet sei, obwohl organisches Wachstum, Margen und Kapitalrendite weiterhin auf konstant hohem Niveau liegen. Seiner Meinung nach überschätzen Anleger die Risiken im Zusammenhang mit Welthandel, Deregulierung und Künstlicher Intelligenz, während sie gleichzeitig das strukturelle Wachstumspotenzial sowie die Konsolidierungschancen im Sektor unterschätzen.

Der ausgelagerte TIC-Markt bleibe weiterhin attraktiv, gestützt durch Faktoren wie Regulierung, Nachhaltigkeit, die Absicherung von Lieferketten, digitales Vertrauen und Outsourcing-Trends. Künstliche Intelligenz bewertet der Experte eher als Chance denn als Risiko, da sie die Produktivität steigert und neue Dienstleistungen ermöglicht. Für den Zeitraum von 2026 bis 2028 prognostiziert er ein organisches Wachstum von rund fünf Prozent bei stabilen Margen. Insbesondere SGS dürfte seiner Einschätzung nach von seiner Plattformgrösse sowie seinem Konsolidierungspotenzial profitieren.

Mit dieser Einschätzung steht der Kepler-Experte nicht allein da: Von 20 Analystinnen und Analysten raten mit neun fast die Hälfte zum Kauf der SGS-Aktie. Acht sind mit einem Halten etwas vorsichtiger, drei empfehlen einen Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 95,36 Franken.

(cash/AWP)