Die Aktien von Partners Group fallen am Dienstag im frühen Handel um 8,1 Prozent auf 673 Franken, während der Swiss Market Index (SMI) um 0,5 Prozent anzieht. Seit Jahresbeginn haben die Valoren des Private-Equity-Spezialisten aus Baar rund 31 Prozent an Wert verloren.
Das Vermögensverwaltungsgeschäft der Partners Group erfüllte im ersten Quartal die Erwartungen der Analysten, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Allerdings fielen die erfolgsabhängigen Performance Fees schwächer als erwartet aus. Diese gingen um 39 Prozent auf 216 Millionen Franken zurück. An der Guidance für das Gesamtjahr hält der Finanzdienstleister fest.
Das deutlich negativere Finanzergebnis gegenüber den Schätzungen der Zürcher Kantonalbank und des Konsens in Folge höherer Treasury- und Hedgingkosten überschatte die grundsätzlich soliden Kostenkontrollen und die leicht über den Erwartungen liegenden Erträge, schreibt der ZKB-Analyst Daniel Regli in einem Kommentar vom Dienstag.
Zudem erwarte Partners Group neu auch für das laufende Geschäftsjahr einen tieferen Performance-Income-Beitrag von neu unter 25 Prozent gegenüber bisher ungefähr 25 Prozent. Das könnte nach Einschätzung des ZKB-Experten anfänglich etwas Druck auf die Aktie ausüben. Allerdings werde dies bereits vom Konsens antizipiert und sollte daher nicht allzu lange auf dem Titel lasten. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13x für 2027 erachtet die ZKB den Titel als deutlich unterbewertet und bestätigt die Einstufung «Übergewichten».
Partners Group habe solide Ergebnisse für das erste Halbjahr gemeldet, wobei der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) 1 Prozent über den Schätzungen gelegen sei, und zwar aufgrund leicht besserer Managementgebühren, betont Andreas Venditi, Analyst bei Vontobel. Partners Group bestätigte den Ausblick für 2026 für das Brutto-Fundraising und die «Tail-downs». Als Tail-Down-Effekte oder «Tail-downs» wird im Private-Equity-Bereich der Rückgang des verwalteten Kapitals bezeichnet, der entsteht, wenn ältere Investmentprogramme oder Fonds auslaufen.
Ferner habe Partners Group die Prognose für Performancegebühren auf 20 bis 25 Prozent gesenkt, so der Experte Venditi. Dies hänge vom Zeitpunkt ausgewählter Exits ab. Vontobel stuft die Aktien weiterhin mit «Buy» und einem Kursziel von 960 Franken ein.
Die Aktie ist mit einer Dividendenrendite von 6,8 Prozent weiterhin attraktiv, auch wenn es einen Moment dauern wird, bis die Performance Fees wieder hohe, positive Wachstumsraten erzielen. Gemäss AWP-Analyser stufen je sieben Analysten den Titel mit «Kaufen» respektive «Halten» ein. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 895 Franken. Entsprechend ist zu erwarten, dass aufgrund des präsentierten Zahlenkranzes in den nächsten Tagen noch die eine oder andere Kurszielreduktion eintrifft. Selbst dann bleibt aber das Aufwärtspotenzial mittelfristig interessant.

