Die Aktie des Bad Ragazer Messtechnikunternehmens Inficon legt am Montag um 4,34 Prozent auf 144,00 Franken zu und markiert damit ein neues 52-Wochen-Hoch. Vom Allzeithoch des Sommers 2024 trennt den Titel noch ein Abstand von 3,75 Prozent. Seit Jahresbeginn hat der Titel knapp 40 Prozent zugelegt, auf Jahressicht sogar über 53 Prozent, während der Swiss Performance Index (SPI) am Montagmorgen bei 18'595 Punkten nahezu auf der Stelle tritt.
Rückenwind kommt von drei Analystenhäusern, die nach den Quartalszahlen vom Freitag ihre Kursziele deutlich anhoben. JPMorgan erhöhte das Ziel von 130 auf 155 Franken und bestätigte das «Overweight»-Rating. Analyst Craig McDowell sieht Inficon mittelfristig gut positioniert, um von steigenden Investitionen in Wafer-Fertigungsausrüstung zu profitieren – und sieht auch nach der starken Kursentwicklung weiteres Aufwärtspotenzial.
Berenberg zog das Kursziel ebenfalls von 130 auf 160 Franken nach oben und bekräftigte sein «Buy»-Rating. Analyst Lukas Glemser hebt das starke organische Umsatzwachstum von 9,9 Prozent hervor und verweist auf die vom Management angehobene Jahresprognose, die durch eine Wachstumsbeschleunigung bei Halbleiterkunden getragen werde.
Die Deutsche Bank erhöhte ihr Ziel von 140 auf 160 Franken und stuft den Titel ebenfalls mit «Buy» ein. Analyst George Brown sieht die Prognoseanhebung des Managements als Bestätigung eines ohnehin zu konservativ angesetzten Ausblicks und stellt eigene Schätzungen von 775 Millionen Dollar Umsatz sowie einer EBIT-Marge von 20,1 Prozent für 2026 auf. Er erwartet, dass der Quartalsumsatz im zweiten Halbjahr die Marke von 200 Millionen Dollar überschreiten dürfte.
Etwas verhaltener zeigt sich der Bloomberg-Konsens: Von insgesamt 13 erfassten Analysten vergeben sieben ein «Buy»-, vier ein «Hold»- und zwei ein «Sell»-Rating. Das durchschnittliche Zwölf-Monats-Kursziel liegt bei 134,75 Franken - und damit rund 6,5 Prozent unter dem aktuellen Kurs.
Starkes erstes Quartal
Inficon hatte am Freitag die Ergebnisse für das erste Quartal 2026 veröffentlicht. Der Umsatz stieg um 14 Prozent auf 181,0 Millionen Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen. Der Auftragseingang entwickelte sich ebenfalls stark, die Book-to-Bill-Ratio lag klar über 1.
Das Hauptsegment Semiconductor & Vacuum Coating wuchs um 23,5 Prozent auf 95 Millionen Dollar. Der Betriebsgewinn (EBIT) fiel hingegen um 8 Prozent auf 29,4 Millionen Dollar - belastet durch Einmaleffekte in Höhe von rund 3 Prozentpunkten.
Inficon hob daraufhin den Jahresausblick an: Neu erwartet das Unternehmen einen Umsatz von 710 bis 750 Millionen Dollar sowie eine EBIT-Marge von 18 bis 20 Prozent.
(cash/AWP)
