Nach dem Allzeithoch der Vorwoche gibt die ABB-Aktie am Montagvormittag nach und entfernt sich vom zuletzt erreichten Rekordstand.

Analystenstimmen sorgen für Zurückhaltung. So senkt Kepler Cheuvreux das Rating für ABB von «Buy» auf «Hold», erhöht aber gleichzeitig das Kursziel von 75 auf 80 Franken. Analyst William Mackie begründet die Rückstufung damit, dass das Kurspotenzial nach der starken Kursentwicklung und der hohen Bewertung kurzfristig weitgehend ausgeschöpft sei. Langfristig bleibe der Industriekonzern dank führender Marktpositionen und strukturellem Wachstum im Elektrifizierungsbereich attraktiv.

Julius Bär hält ebenfalls an einem «Hold»-Rating fest, zieht das Kursziel zwar kräftig von 67 auf 79 Franken nach oben, bleibt damit aber nur wenig über der aktuellen Notierung. Analystin Britta Simon hebt den deutlich über den Erwartungen liegenden Auftragseingang hervor, getragen vor allem vom Elektrifizierungsbereich und der starken Nachfrage im Rechenzentrumssegment. Allerdings dürfte es künftig zunehmend schwieriger werden, die Konsensschätzungen zu übertreffen, warnt sie.

Der Analystenkonsens bei Bloomberg zeigt sich insgesamt verhalten: 13 Analysten empfehlen den Kauf, 24 raten zum Halten, zwei zum Verkauf. Das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel liegt bei 72,23 Franken - rund 7,5 Prozent unter dem aktuellen Kurs von 77,70 Franken, während der SMI um 0,13 Prozent auf 13'153 Punkte nachgibt.

Rekordaufträge und erhöhter Ausblick

Ausschlag für das jüngste Allzeithoch waren die Quartalsergebnisse der Vorwoche. Der Zürcher Industriekonzern steigerte den vergleichbaren Umsatz im ersten Quartal um 11 Prozent auf 8,73 Milliarden Dollar. Der Auftragseingang sprang um 24 Prozent auf über 11 Milliarden Dollar - erstmals überschritt ABB damit in einem Quartal die 11-Milliarden-Marke und übertraf die Analystenschätzungen deutlich.

Besonders das Rechenzentrumssegment verzeichnete dreistelliges Wachstum. Die operative EBITA-Marge verbesserte sich auf 23,5 von 20,3 Prozent, der Reingewinn stieg um gut ein Fünftel auf 1,32 Milliarden Dollar.

Das Management hob daraufhin den Jahresausblick an und peilt neu ein vergleichbares Umsatzwachstum im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich an.

(cash/AWP)