Der 56-jährige bisherige Bürgermeister von Manchester, der wegen seines Einsatzes für die Region ‌den Spitznamen «König des Nordens» trägt, wurde am Freitag ‌auf einem Sonderparteitag zum Nachfolger von ​Keir Starmer gewählt. Starmer hatte wegen schlechter Umfragewerte und des Erstarkens der rechtspopulistischen Partei Reform UK den Rückhalt in seiner Fraktion verloren. Burnham soll am Montag das Amt des Premierministers übernehmen.

Burnham hatte angekündigt, den Aufstieg ‌der von Brexit-Verfechter Nigel Farage geführten Reform UK-Partei stoppen zu wollen. Er versprach eine «unverhohlen sozialdemokratische» Regierung, die Menschen und Orte in den Mittelpunkt stelle. Kernpunkt ​seiner Agenda ist die «grösste Umverteilung der Macht» von der ​Zentralregierung in London auf die Regionen des ​Landes. Damit will er Ungleichheit verringern und auf die Wut von «abgehängten Gemeinschaften» reagieren, ‌die sich zunehmend Reform UK zugewandt haben.

Mit diesem Versprechen hatte Burnham die Labour-Abgeordneten überzeugt. Viele von ihnen fürchteten, bei der nächsten Parlamentswahl ihre Mandate ​an Reform ​UK zu verlieren. Die Rechtspopulisten ⁠liegen in Umfragen seit Monaten vorn. Burnham steht ​jedoch unter erheblichem ⁠Zeitdruck, da die nächste Wahl spätestens 2029 stattfinden muss.

Experten sehen die ‌Umsetzung seiner Pläne als grösste Hürde. Burnham habe Jahre damit verbracht, für einen anderen Ansatz beim Wirtschaftswachstum zu werben, ‌sagte Nigel Wilcock vom Institute of Economic Development. «Die Herausforderung ​besteht darin, diese Vision in die Realität umzusetzen.»

$(Reuters)