Der Preis für die Aktien liegt bei 54 Franken, wie das Schweizer Unternehmen am Dienstag mitteilte. Gelinge die Transaktion, komme Infracore auf einen Börsenwert von rund 826 Millionen Franken. Der erste Handelstag sei für den 9. Juli geplant. Mit der Ausgabe neuer Aktien sollen brutto rund 200 Millionen Franken erlöst werden. Das Angebot stiess bei den Anlegern auf Anklang. Wenige Stunden nach Beginn des Zuteilungsverfahrens waren das Basisangebot sowie die Mehrzuteilungsoption von 30 Millionen Franken bereits durch Kaufinteressenten gedeckt, erklärte eine involvierte Bank.
Der Grossaktionär Medical Properties Trust, der gegenwärtig rund 70 Prozent an Infracore hält, ist bereit, sich bei Bedarf von weiteren Titeln zu trennen, sodass insgesamt Aktien im Wert von bis zu 305 Millionen Franken bereitstehen. Zwei Investoren, Cohen & Steers sowie die Swiss Finance & Property Group, haben den Angaben zufolge bereits feste Zusagen für den Kauf von Infracore-Aktien im Wert von insgesamt 75 bis 80 Millionen Franken gegeben. Swiss Finance & Property handle unter anderem für den Pensionsfonds des Pharmariesen Roche.
Mit dem frischen Kapital wolle das Unternehmen den Kauf weiterer Klinikimmobilien finanzieren und ein Aktionärsdarlehen in Höhe von gut 55 Millionen Franken zurückzahlen. Infracore besitzt nach eigenen Angaben 47 Liegenschaften in der Schweiz mit einem Gesamtwert von rund 1,4 Milliarden Franken. Hauptmieter ist das Swiss Medical Network, das zweitgrösste private Krankenhausnetzwerk des Landes. Im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete Infracore Erträge von 66,1 Millionen Franken und erzielte eine Nettorendite von 4,5 Prozent.
Viele Schweizer Krankenhäuser wiesen Investitionsbedarf auf, erklärte Infracore. Zugleich hätten sie unter anderem wegen eines eingeschränkten Zugangs zum Anleihenmarkt aber oft Mühe mit der Finanzierung. Vor diesem Hintergrund dürfte das im Ausland bereits etablierte Modell, Immobilien an eine Leasinggesellschaft zu verkaufen und gleich wieder anzumieten (Sale- and Leaseback-Transaktion) an Bedeutung gewinnen. Darauf setze Infracore.
Börsengänge mit einer Kapitalaufnahme waren in der Schweiz zuletzt selten. Das letzte grössere IPO war das des Marktplatz-Anbieters Swiss Marketplace Group im September 2025. Die Infracore-Transaktion wird von der US-Grossbank Citigroup und der Zürcher Kantonalbank begleitet.
(Reuters)

