Anleger streichen nach EZB Gewinne ein

Nach der etwas stärker als erwarteten Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) haben die Anleger an der Schweizer Börse ihre Gewinne eingestrichen.
10.03.2016 18:12
Die Anleger an der Schweizer Börse streichen ihre Gewinne ein.
Die Anleger an der Schweizer Börse streichen ihre Gewinne ein.
Bild: cash

EZB-Chef Mario Draghi habe die Erwartungen zwar mehr als erfüllt. Er habe aber gleichzeitig signalisiert, dass weitere Zinssenkungen wenig wahrscheinlich seien. "Darauf haben die Anleger ihre EZB-Wetten glattgestellt und die Gewinne eingestrichen", sagte ein Händler.

Der SMI schloss nach einer bewegten Sitzung um ein Prozent tiefer mit 7894 Punkten. Vorübergehend hatte die neue Welle billigen EZB-Geldes den Leitindex bis auf 8095 Zähler steigen lassen.

Händler sagten, die EZB-Massnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur könnten mittel- bis langfristig durchaus positive Wirkung zeigen. "Kurzfristig ist die Katze nun aber aus dem Sack und dem Markt fehlt es nun an Fantasie", sagte ein Händler.

Ölpreis gibt nach

Als Belastungsfaktor machten Händler auch die nachgebenden Ölpreise aus. Sämtliche Standardwerte schlossen im Minus. Die Anleger trennten sich vor allem von den Anteilen zyklischer Firmen und Banken. Die grössten Abschläge verbuchten wegen des tieferen Ölpreises die Aktien des Bohrinsel-Betreibers Transocean mit 6,3 Prozent Minus.

Dahinter folgten die als zinssensitiv geltenden Titel der Grossbanken Credit Suisse und UBS mit Einbussen von 1,8 und 1,7 Prozent. Julius Bär schwächten sich um gut ein Prozent ab. Auch die Versicherungswerte waren meist gut ein Prozent tiefer. Zurich sanken mit 1,5 Prozent etwas stärker.

Bei den krisenresistenten Index-Schwergewichten schlugen sich die Aktien des Pharmakonzerns Novartis mit 0,1 Prozent Abschlag deutlich besser als der Markt. Die Genussscheine von Roche dagegen sanken um 1,4 Prozent auf den tiefsten Stand seit einem Monat. Die Aktein des Lebensmittelkonzerns Nestle sanken um 0,7 Prozent.

Bei den zyklischen Firmen rutschten die Titel des Zementkonzerns LafargeHolcim 3,6 Prozent ab. Gewinnmitnahmen belasteten auch Syngenta, die 1,4 Prozent an Wert verloren. Der Kurs des Pflanzenschutz- und Saatgutkonzerns hielt sich zuletzt dank des Übernahmeangebots von ChemChina besser als der Markt.

Der Luxusgüterhersteller Richemont verlor 1,2 Prozent an Wefrt. Yoox Net-A-Porter, an der Richemont 50 Prozent hält, steigerte den bereinigten Betriebsgewinn (Ebitda) im vergangenen Jahr um 26 Prozent auf 133 Millionen Euro. Die Aktien des Uhrenkonzerns Swatch schlossen am Tag der Generalversammlung um 0,6 Prozent niedriger.

Sunrise schwächer

Am breiten Markt verloren die Aktien von Sunrise knapp ein Prozent - trotz der Aussicht auf eine hohe Dividende. Die Titel von Rivale Swisscom ermässigte sich um 0,2 Prozent.

Gategroup legten 2,5 Prozent zu. Die Bordverpflegungsfirma schloss das vergangene Jahr wegen Restrukturierungskosten und Wechselkursverlusten mit 63,4 Millionen Franken Verlust ab. Die Aktionäre der von Hedgefonds bedrängten Firma sollen trotzdem eine Dividende von 0,30 Franken je Titel erhalten.

(Reuters)