Anleger setzen auf weiter steigende Zinsen und trennen sich scharenweise von Edelmetallen. Gold verbilligt sich um mehr als drei ‌Prozent ⁠auf 4141 Dollar je Feinunze. Die Aussicht auf eine weitere Straffung ⁠der Geldpolitik durch die US-Notenbank Fed setzt Analysten zufolge dem zinslosen Edelmetall zu.

«Die erneut ‌verschärften Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem ‌Iran haben die Ölpreise nach oben ​getrieben», konstatierte Ricardo Evangelista, Analyst bei ActivTrades. «Dadurch nehmen die Inflationssorgen zu und zugleich die Erwartung, dass die Fed die Zinsen erneut anheben wird.» Händler sehen die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank im Oktober inzwischen bei ‌gut 70 Prozent.

Die Federal Reserve hat die Zinsen bereits Anfang des Monats um einen Viertelprozentpunkt angehoben und weitere Schritte signalisiert. Zudem hat sich ​die Chefin des Fed-Ablegers von Cleveland, Beth Hammack, am ​Freitag besorgt über die hartnäckig hohe ​Inflation geäussert.

Auch andere Edelmetalle geben nach: Der Preis für Silber rutscht zeitweise mehr als fünf ‌Prozent auf bis zu 60,96 Dollar je Feinunze ab. Platin und Palladium verbilligen sich ebenfalls um mehr als drei Prozent.

Die schwächeren Edelmetallpreise setzen auch ​Aktien ​von Minenbetreibern zu. In den USA ⁠rutschen die Titel der Goldschürfer Newmont und Barrick ​Gold vorbörslich jeweils gut drei Prozent ⁠ab.

Die in den USA notierten Aktien der südafrikanischen Konzerne ‌AngloGold Ashanti , Harmony Gold und Sibanye Stillwater verlieren zwischen fünf und sechs Prozent.

Die Silberminenbetreiber Hecla Mining und Coeur Mining geben vorbörslich jeweils mehr als fünf ‌Prozent ab. Die Titel der kanadischen Unternehmen Endeavour ​Silver und Silvercorp Metals verlieren ebenfalls gut fünf Prozent.

(Reuters)