Die Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro durch das US-Militär hat am Montag zu einem Kurssprung bei den Staatsanleihen des seit ‌Jahren ‌zahlungsunfähigen Landes geführt. Die Papiere der Regierung und des staatlichen Ölkonzerns PDVSA legten im frühen europäischen Handel um bis zu acht Cent je Dollar oder rund ​20 Prozent zu. Die Aktion des US-Militärs in ‌Caracas am Wochenende nährt an den Finanzmärkten ‌die Hoffnung auf eine umfassende Umschuldung. Dies wäre eine der grössten und komplexesten Neuordnungen von Staatsschulden in der Geschichte.

Die Kursgewinne setzten einen Trend aus dem Vorjahr fort. Bereits 2025 gehörten die Anleihen Venezuelas zu den weltweit renditestärksten ⁠Anlagen und verdoppelten ihren Wert nahezu, als die US-Regierung unter Präsident Donald Trump den militärischen Druck auf Maduro erhöhte. Zu Wochenbeginn stieg der Kurs einer bis ​2031 laufenden Anleihe auf fast 40 Cent je ‌Dollar. Die meisten anderen Papiere des Landes notierten ‍zwischen 35 und 38 Cent. Analysten der Bank JPMorgan schrieben in einer Mitteilung, sie rechneten ​mit weiteren Kursgewinnen von bis zu zehn Cent.

Venezuela ist seit 2017 mit seinen Zahlungen im Verzug. Die Regierung und der Ölkonzern PDVSA sind mit ‌Anleihen im Nennwert von rund 60 Milliarden ⁠Dollar im Zahlungsverzug. Analysten zufolge belaufen sich die ‌gesamten Auslandsschulden des Landes jedoch auf 150 bis 170 Milliarden Dollar - je nachdem, wie aufgelaufene Zinsen ‍und Gerichtsurteile eingerechnet werden. Anleger spekulieren nun darauf, dass eine neue Regierung die riesigen Ölreserven des Landes reaktivieren und die Schulden bedienen ​könnte. Trump selbst hatte am Wochenende erklärt, US-Ölkonzerne würden «Milliarden ‍von Dollar ausgeben, die stark beschädigte Ölinfrastruktur reparieren und anfangen, Geld für das Land zu verdienen». 

(Reuters)