Oracle sieht sich mit einer Klage von Anleihegläubigern konfrontiert, die dem US-Softwarekonzern eine Täuschung über seinen KI-Kapitalbedarf vorwerfen. In der am Mittwoch bei einem New Yorker Gericht eingereichten angestrebten Sammelklage heisst es, das Unternehmen habe bei der Ausgabe von Anleihen über 18 Milliarden Dollar im September verschwiegen, dass für den Ausbau der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) kurzfristig erhebliche weitere Mittel nötig seien. Die Investoren seien davon überrascht worden, dass Oracle nur sieben Wochen später Kredite über weitere 38 Milliarden Dollar aufnahm, um zwei Rechenzentren für einen Grossauftrag von OpenAI zu finanzieren.
Die Kläger machen geltend, durch den darauffolgenden Kursrutsch der Anleihen Verluste erlitten zu haben. Die Reaktion des Marktes auf die zusätzliche Verschuldung sei «schnell und heftig» gewesen, da Investoren ein höheres Kreditrisiko sahen. Die Klage richtet sich auch gegen Oracle-Gründer Larry Ellison, die ehemalige Chefin Safra Catz sowie die beteiligten Banken. Oracle reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Der Konzern hatte im September einen 300 Milliarden Dollar schweren Fünf-Jahres-Vertrag mit dem ChatGPT-Entwickler OpenAI bekanntgegeben.
(Reuters)

